Arbeitsmarkt

Aufholen nach Corona-Flaute: Weniger Arbeitslose in Hessen

Das Logo der Agentur für Arbeit ist an einem Gebäudekomplex zu sehen.

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Frankfurt/Main. Hessens Arbeitsmarkt hat sich zur Jahreshälfte weiter von der Corona-Flaute erholt. Die Zahlen der Arbeitslosen und Kurzarbeiter sind rückläufig, die angebotenen Jobs schon wieder auf dem Niveau von vor der Krise, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Mittwoch in Frankfurt für den Monat Juni berichtete. Trotz der anhaltenden Probleme in einigen Branchen wie Gastronomie und Luftverkehr steigt auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wieder.

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Zum Stichtag am 14. Juni waren in Hessen 177.682 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren rund 4300 Menschen weniger als im Mai und 19.400 weniger als im coronageprägten Vorjahresmonat. Die landesweite Arbeitslosenquote sank seit Mai um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Seit nunmehr fünf Monaten ist damit die Arbeitslosenzahl rückläufig. Seit Februar sinken auch die Kurzarbeiterzahlen, wobei die jüngsten Schätzungen vom März noch 223.500 Arbeitnehmer in 25.600 Betrieben betreffen. Neue Anzeigen zur Kurzarbeit gibt es aber immer seltener.

Der hessische Arbeitsmarkt befinde sich in einem deutlichen Aufholprozess und sei auf einem guten Weg, das Vorkrisenniveau zu erreichen, sagte Direktionschef Frank Martin laut Mitteilung. Die Arbeitskräftenachfrage habe zugenommen und spiegele sich in der steigenden Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter wider. Noch hätten sich aber nicht alle Branchen erholt. "Gastronomie, Verarbeitendes Gewerbe, die Luftfahrt und einige Dienstleistungsbranchen leiden immer noch unter den Auswirkungen der Pandemie", sagte Martin.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat aber laut Agentur bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht mit knapp 45.000 unbesetzten Stellen. Den Arbeitgebern zufolge gibt es sogar mehr als 100.000 zum Teil freie Jobs, die teils nur sehr schwer zu besetzen seien. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) verlangte das Ende abschlagsfreier Frührenten mit 65 Jahren und früher. "Die Frührente muss abgeschafft werden, weil sie dem Arbeitsmarkt dringend benötigte Fachkräfte entzieht und generationenungerecht ist", sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert.

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will wegen der Erfahrungen in der Pandemie besonders prekäre Beschäftigungsverhältnisse abschaffen. "Minijobs, zeitlich befristete Arbeitsverträge, Solo-Selbständigkeit – diese Beschäftigten waren der Krise nahezu schutzlos ausgeliefert", sagte Hessens DGB-Chef Michale Rudolph. Es brauche Reformen, die alle Beschäftigten in den Schutz der Sozialversicherungen mit einbeziehen sowie das Ende der Möglichkeit, Arbeitsverträge ohne sachlichen Grund zeitlich zu befristen.

© dpa-infocom, dpa:210629-99-192804/4

dpa

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