Energie

Wasserkraftwerk-Betreiber warnen vor Mühlensterben in Hessen

Edermünde/Friedrichsdorf. "Das kommt vor allem bei kleinen Anlagen zum Tragen, die ohnehin schon viele wirtschaftliche Probleme haben", sagte der AHW-Vorsitzende Helge Beyer im Vorfeld einer Veranstaltung im nordhessischen Edermünde.

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Mit dem Motto "Wasserkraft muss bleiben!" wollte die Arbeitsgemeinschaft dort auf ihre Nöte aufmerksam machen. Der Erlass des Landes schreibt Mindestwassermengen in Flüssen vor. Der Gedanke dahinter ist, die Gewässerökologie bei wenig Wasser zu erhalten und Fische zu schützen. Doch laut Beyer wird dadurch das Wasser, das an den Wassermühlen vorbeigeleitet werden muss, gegenüber der alten Regelung um das bis zu Dreifache erhöht. Im Durchschnitt werde die Stromerzeugung der Anlagen in Hessen um mehr als 20 Prozent sinken. Viele könnten nicht mehr kostendeckend betrieben werden und müssten schließen.

Es handele sich um eine "rein gewässerökologisch ausgerichtete Regelung", erklärte Beyer, die im Vergleich zu anderen Bundesländer strenger und zudem zu kurz gedacht sei. Zwar mache Wasserkraft nur drei bis vier Prozent der Stromerzeugung in Hessen aus. Aber: "Der Wasserkraftstrom bemisst sich nicht an der Anzahl der Kilowattstunden, sondern an Qualität des Stroms." Er werde als einzige erneuerbare Energie stetig erzeugt und könne Schwankungen bei Wind und Sonne ausgleichen.

Umweltschützer stehen der Argumentation kritisch gegenüber. So erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kürzlich, mit dem Mindestwassererlass schütze man Fische in den Bächen und Flüssen davor, massenhaft zu sterben. Denn Fischtreppen und Umgehungsgewässer bräuchten genügend Wasser, um das Überleben der Fische zu ermöglichen. Das Problem sei der Klimawandel, sagte BUND-Referent Thomas Norgall: Man grabe den Wasserkraftanlagen nicht das Wasser ab, sondern sie bekämen weniger, weil durch Trockenheit weniger verfügbar sei.

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dpa

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