Pharma

Übernahmen treiben Stada an: Corona belastet Arzneiverkäufe

Das Firmenlogo von Stada prangt auf einem der Gebäude am Firmensitz des Arzneimittelherstellers.

Das Firmenlogo von Stada prangt auf einem der Gebäude am Firmensitz des Arzneimittelherstellers.

Bad Vilbel. Übernahmen haben dem Pharmakonzern Stada in einem schwächelndem Arzneimarkt geholfen. Während das Geschäft in Russland nach Zukäufen besser lief als erwartet, litt das Unternehmen in Deutschland im ersten Halbjahr unter den Folgen der Corona-Pandemie: Da viele Menschen Abstands- und Hygieneregeln einhielten, fiel die Erkältungs- und Grippesaison sehr glimpflich aus. Das belastete Stada beim Verkauf rezeptfreier Medikamente. Zudem hielten sich viele Leute aus Sorge vor Ansteckungen bei Arztbesuchen zurück.

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Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz von Stada um drei Prozent auf 1,51 Milliarden Euro, wie der Grippostad-Hersteller am Donnerstag in Bad Vilbel mitteilte. Der Gewinn stieg gemessen am Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf gut 111 Millionen Euro. Grund für das starke Plus seien weniger Sondereffekte wie Rückstellungen.

Stada habe seine Widerstandsfähigkeit in einem schrumpfenden Markt für rezeptfreie Arzneien bewiesen, sagte Vorstandschef Peter Goldschmidt der dpa. Der Konzern sei nun Nummer vier in Europa bei verschreibungspflichtigen Nachahmerarzneien sowie bei rezeptfreien Medikamenten. Bei Spezialpharmazeutika habe man ebenfalls zugelegt.

Stada mit weltweit knapp 13.000 Beschäftigten setze weiter auf Partnerschaften mit Pharmakonzernen, Lizenzierungen von Arzneien sowie Übernahmen, sagte Goldschmidt. "Für Zukäufe haben wir etwa den US-Markt im Blick". Für den Rest des Jahres zeigte er sich verhalten: "Die Impfkampagnen versprechen Besserung, eine zügige Erholung lässt aber auf sich warten."

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Mit den Finanzinvestoren Bain und Cinven im Rücken, die Stada 2017 übernommen hatten, hat der Konzern viel Geld für Zukäufe ausgegeben. So erwarb Stada 2020 ein Arznei-Portfolio vom japanischen Konzern Takeda in Osteuropa für rund 600 Millionen, den Arzneihersteller Walmark in Tschechien, ein Medikamentenportfolio des britischen Pharmakonzerns GSK sowie Rechte für eine Therapie gegen fortgeschrittenes Parkinson. Mit den Zukäufen stieg die Verschuldung auf rund 2,6 Milliarden Euro. Kürzlich gab der Konzern zudem die Übernahme von mehreren Arzneimarken und eine Vertriebsvereinbarung mit dem französischen Arzneikonzern Sanofi bekannt.

© dpa-infocom, dpa:210826-99-970882/2

dpa

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