Luftverkehr

Condor kann durchstarten: Gläubiger beenden Schutzschirm

Eine Boeing 757-300 der Fluggesellschaft Condor.

Eine Boeing 757-300 der Fluggesellschaft Condor.

Frankfurt/Main. Der Ferienflieger Condor startet zum 1. Dezember in eine eigenständige Zukunft. Die Gläubiger der Fluggesellschaft haben am Donnerstag dem Restrukturierungsplan zugestimmt, wie Unternehmen und Amtsgericht Frankfurt berichteten. Die frühere Tochter des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook kann damit ihr Schutzschirmverfahren verlassen, die mildeste Form der Insolvenz nach deutschem Recht.

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Bei der Präsenz-Verhandlung im Congress-Centrum an der Frankfurter Messe stimmten sämtliche Gläubigergruppen mehrheitlich dem Konzept zu und verzichteten anschließend darauf, Rechtsmittel einzulegen. Der Plan wurde umgehend vom zuständigen Richter bestätigt und ist damit rechtskräftig, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Frankfurt bestätigte.

Wegen der andauernden Corona-Krise wurde allerdings die Suche nach einem neuen Investor aufgeschoben. Seine Position nimmt als Treuhänder bis auf weiteres die SG Luftfahrtgesellschaft ein. Das bisherige Management unter Führung von Ralf Teckentrup bleibt im Amt und soll bei besserer Marktlage einen neuen Investorenprozess starten.

"Der Weg ist jetzt frei, dass der 1. Dezember für Condor ein Neustart als gesundes Unternehmen sein wird", erklärte Teckentrup laut einer Mitteilung. Kunden und Partner könnten sich auch in Zukunft auf den Ferienflieger verlassen.

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Ermöglicht wird der Neustart durch einen langfristigen Kredit der staatlichen KfW-Bank über 550 Millionen Euro. Sachwalter Lucas Flöther scheidet nach getaner Arbeit wieder aus dem Unternehmen aus. Unter seiner Aufsicht wurde die Belegschaft verkleinert, Verträge mit Lieferanten verbessert und die Firmenzentrale zu deutlich niedrigeren Mietkosten vom Frankfurter Flughafen ins nahe Neu-Isenburg verlegt. Die Gewerkschaften stimmten zudem Sanierungstarifverträgen zu.

Zum Neustart hat Condor nach eigenen Angaben rund 4200 Mitarbeiter und 51 Flugzeuge. Wegen der Pandemie ist der Flugverkehr allerdings stark eingeschränkt und der Großteil des Personals befindet sich in Kurzarbeit. Für den Winter hat Teckentrup ein Volumen von 10 bis 15 Prozent des sonst üblichen Niveaus angekündigt. Am 31. Oktober startet wieder ein erster Langstreckenflug nach Kuba.

Die jetzt abgeschlossene Restrukturierung ist bereits der zweite Schutzschirmplan für die einstige Thomas-Cook-Airline. Im Frühjahr war der noch vor Corona verabredete Einstieg der polnischen Luftfahrt-Holding PGL geplatzt, weil deren Hauptgesellschaft Lot durch die Pandemie selbst in Bedrängnis geraten war. Es folgte eine Umschuldung bei der Condor und ein neuer Schutzschirmplan.

dpa

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