Tarife

Hessen müssen sich auf Probleme im Busverkehr einstellen

Ein Mann trägt eine Mütze auf die das Logo der Gewerkschaft "Verdi" aufgestickt ist.

Ein Mann trägt eine Mütze auf die das Logo der Gewerkschaft "Verdi" aufgestickt ist.

Frankfurt/Main. Viele Hessen dürften an diesem Freitag (1.11.) im Nahverkehr vergeblich auf den Bus warten. Im ganzen Land hat die Gewerkschaft Verdi die Fahrer privater Busunternehmen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wie Verdi am Donnerstag mitteilte. Der Ausstand beginne mit der Frühschicht um 2.30 Uhr und dauere bis zum Ende der Spätschicht in der Nacht zum Samstag.

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Verdi zufolge ist praktisch ganz Hessen von Kassel über Korbach, Gießen, Fulda und Hanau bis hin zu Offenbach, Frankfurt und Darmstadt betroffen. Auch in kleineren Orten wie Bad Vilbel, Melsungen, Korbach, Gudenberg, Gelnhausen oder Erlensee könne es zu Arbeitsniederlegungen kommen.

Mit dem Warnstreik will Verdi in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Diese hatten in der vierten Verhandlungsrunde am Mittwoch ein Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft aber zurückwies.

"Was die Arbeitgeber zahlen wollen, ist inakzeptabel. Von 13,50 Euro Stundenlohn auf 15,10 Euro in vier Jahren - das ist zu wenig und zu langsam steigend", wird Verhandlungsführer Jürgen Koppel in der Mitteilung zitiert. Es sei zwar zu begrüßen, dass überhaupt einmal ein Angebot vorgelegt worden sei. Dieses habe aber lediglich eine Lohnerhöhung enthalten, auf andere Forderungen wie etwa Urlaubserhöhungen sei nicht eingegangen worden.

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Zu einem ersten Warnstreik war es bereits Ende September gekommen. Zehntausende Pendler waren davon betroffen. Auch bei diesem ersten Ausstand war der Aufruf erst am Nachmittag des Vortags gekommen, weshalb die Unternehmen kaum noch mit Notfallfahrplänen reagieren konnten.

Auch die zweite Aktion dürfte den Fahrgästen in ganz Hessen viel Geduld abverlangen. "Die Einrichtung eines Notfahrplans mit Ersatzverkehren wird voraussichtlich nicht möglich sein", teilten etwa die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) mit. Alle neun Stadtbuslinien seien von dem Ausstand betroffen, es werde zu "Komplettausfällen" kommen. Auch auf den Hanauer Stadtbusverkehr wirke sich der Verdi-Aufruf aus, teilte die Stadt Hanau mit. Die Verkehrsbetriebe der RhönEnergie Fulda empfahl ihren Fahrgästen ebenfalls, "sich bereits im Schul- und Berufsverkehr auf spürbare Einschränkungen des Busverkehrs einzustellen".

"Es ist damit zu rechnen, dass von Betriebsbeginn an nahezu alle der 64 Frankfurter Buslinien bestreikt werden", teilte die Frankfurter Verkehrsgesellschaft Traffiq am Donnerstag mit. Demnach sollen auch die Nachtbuslinien nicht verkehren. Alle S- und U-Bahnen sowie Regionalzüge und Straßenbahnen sollen dagegen planmäßig fahren.

Der aktuelle Tarifkonflikt betrifft rund 4400 Busfahrer. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. November angesetzt.

dpa

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