Arbeitsmarkt

Kein Sommerloch am Arbeitsmarkt: Sorgen um Ausbildung

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit.

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit.

Frankfurt/Main. Am hessischen Arbeitsmarkt geht die Aufholjagd nach dem Corona-Einbruch weiter. Anders als im langjährigen Trend ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli weiter zurückgegangen, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Zum Stichtag am 13. Juli waren demnach 176.579 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 0,6 Prozent weniger als im Vormonat und 13,5 Prozent oder fast 28.000 Menschen weniger als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,1 Prozent.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

"Die aktuellen Zahlen lassen auf eine deutliche Erholung des hessischen Arbeitsmarktes schließen", erklärte Direktionschef Frank Martin. Die Stellenzugänge hätten das Vorkrisenniveau bereits überschritten und ein Großteil der Branchen vermelde steigende Beschäftigtenzahlen, womit Jobverluste beispielsweise im Gastgewerbe und in der Industrie ausgeglichen würden.

In der Gastronomie sei in der Pandemie jeder sechste Arbeitsplatz verloren gegangen, sagte Martin bei einer Pressekonferenz mit dem Frankfurter Gastro-Betrieb Tiger und Palmen GmbH. Er lobte das Unternehmen, weil es anders als viele in der Branche weiter im großen Umfang ausbilde. Über alle Ausbildungsberufe hinweg sinken in Hessen die Zahlen der angebotenen Stellen (-5,8 Prozent auf 31353) ebenso wie der Bewerber (-10,0 Prozent auf 32.535). Noch gebe es 10.800 unversorgte Bewerber und 12.000 unbesetzte Lehrstellen. Martin nannte sinkende Schulabgängerzahlen und den Trend zum Studium als Gründe für die schwache Entwicklung.

Der DGB Hessen-Thüringen erneuerte seine Forderung nach einer Ausbildungsgarantie für junge Menschen. Diese könne über eine Umlage finanziert werden, die sämtliche Unternehmen zu leisten hätten und die dann den Ausbildungsbetrieben zugute käme, erklärte der Landeschef der Gewerkschaft, Michael Rudolph.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auf den wachsenden Fachkräftebedarf in Nordhessen verwies die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU). Dort seien auch Wohnungen und Grundstückspreise oft deutlich erschwinglicher als in Wiesbaden, Frankfurt oder Darmstadt, sagte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert laut Mitteilung. "Wer arbeitssuchend, mobil und flexibel ist, sollte sein Glück durchaus einmal in Nordhessen versuchen."

© dpa-infocom, dpa:210728-99-583710/4

dpa

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen