Tourismus

Lust auf Sommerfrische im Schwarzatal

Schloss Schwarzburg ragt aus den Wäldern im Schwarzatal.

Schloss Schwarzburg ragt aus den Wäldern im Schwarzatal.

Schwarzburg. Das Schwarzatal am Rand des Thüringer Waldes will an frühere touristische Glanzzeiten anknüpfen. An diesem Sonntag lädt die Region zwischen Bad Blankenburg und Katzhütte zu einem "Tag der Sommerfrische" mit Wanderungen, Besichtigungen, Vorträgen und Musik.

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Im Mittelpunkt stehen Hotels und Pensionen in landschaftstypischer Architektur, die einst scharenweise Touristen anzogen. Viele davon stehen heute leer. "Wir wollen versuchen, neue Betreiber zu finden und so das Schwarzatal wieder ins Gespräch bringen", sagt Martina Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen.

Die landeseigene Gesellschaft IBA entwickelt gemeinsam mit Partnern vor Ort Konzepte für die Nutzung leerstehender Gebäude in Dörfern und kleinen Städten in Thüringen, darunter auch im Schwarzatal. Im 53 Kilometer langen Tal zwischen der Schwarza-Quelle am Rennsteig und der Mündung des Flusses in die Saale bei Rudolstadt liegen Orte wie Schwarzburg, Meuselbach-Schwarzmühle, Döschnitz und Sitzendorf.

Bekannt sind vor allem Schwarzburg, wo vor 100 Jahren der damalige Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) im Urlaub die Weimarer Verfassung unterzeichnete, und Oberweißbach. Hier wurde 1782 der Erfinder des Kindergartens, Friedrich Fröbel, geboren. Schloss Schwarzburg, das Geburtshaus Fröbels und die Oberweißbacher Bergbahn sind die bekanntesten Attraktionen der Region.

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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Urlauber zur Sommerfrische ins Schwarzatal. Dafür wurden Häuser in charakteristischer Architektur errichtet, oft als Fachwerkbau, mit großen Balkons, Terrassen und Tanzsälen. Von "Urlaubsarchitektur" spricht Doehler-Behzadi. Typisches Beispiel sei das frühere, jetzt ungenutzte Hotel "Alte Linde" in Sitzendorf. Die Besitzer waren in der DDR enteignet worden, es wurde der staatlichen Handelskette HO zugeschlagen. Andere Unterkünfte wurden als Ferienheime von Betrieben oder dem Gewerkschaftsverband FDGB betrieben. Allein in Schwarzburg mit heute knapp 600 Einwohnern tummelten sich in den DDR-Jahren täglich rund 1500 Urlauber, wie der stellvertretende Bürgermeister des Ortes, Frank Otto, sagt.

Heute sind es nach Zahlen des Statistischen Landesamtes jährlich um die 7000, sie bleiben maximal zwei bis drei Nächte in dem Ort. Andere Schwarzatal-Orte mussten ähnliche Einbrüche verkraften. "Dabei ist das Tal eigentlich toll", sagt Doehler-Behzadi. "Das Problem: Es gibt so gut wie keine Familienunternehmen, die Hotels oder Pensionen betreiben." Das gelte auch für Hotelketten. Die IBA versuche deshalb, andere Betreiber zu finden. So habe etwa eine Architektin im Heimatmuseum Döschnitz ein Ferien-Appartement errichtet. Ein weiteres, seit Anfang der 1990er Jahre leerstehendes Haus in Schwarzburg werde derzeit für die Sommerfrische wieder hergerichtet. Auch diese Häuser können am Sonntag besichtigt werden.

dpa

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