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Für Vereinbarung zur UKGM-Finanzierung bedarf es „noch ein wenig Geduld“

Gleich geht’s los: Auf ihren Rede-Einsatz beim Neujahrsempfang 2023 am UKGM-Standort Marburg warten (von links) Dr. Sylvia Heinis (UKGM), Dr. Gunther K. Weiß (UKGM), Professor Tobias Kaltenbach (Rhön-Klinikum AG), Ministerin Angela Dorn, Unipräsident Professor Thomas Nauss, Professorin Denise Hilfiker-Kleiner (Dekanin des Fachbereichs Medizin der Uni Marburg) und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Gleich geht’s los: Auf ihren Rede-Einsatz beim Neujahrsempfang 2023 am UKGM-Standort Marburg warten (von links) Dr. Sylvia Heinis (UKGM), Dr. Gunther K. Weiß (UKGM), Professor Tobias Kaltenbach (Rhön-Klinikum AG), Ministerin Angela Dorn, Unipräsident Professor Thomas Nauss, Professorin Denise Hilfiker-Kleiner (Dekanin des Fachbereichs Medizin der Uni Marburg) und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Marburg. Bekenntnisse zum Status der Universitäts-Klinik und Aussagen wie eine Woche zuvor in Gießen darüber, dass eine Anschlussvereinbarung existenziell sei, waren in Marburg von den sieben Rednern am Abend des UKGM-Neujahrsempfang am Standort Marburg nicht zu hören. Dennoch war eine gewisse Erwartung unter den mehr als 200 Gästen zu spüren, wie der Stand der Verhandlungen ist. Diese Erwartungen erfüllten die Verhandlungsführer des Landes und der Rhön-Klinikum AG mit ihren Aussagen.

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Wissenschaftsministerin Angela Dorn erklärte, es ginge in den Verhandlungen darum, den „Status quo“ zu erhalten, da die Möglichkeit des Rückkaufs verschlossen sei. Deshalb ließen die Partner einige Punkte des Streits wie den der Finanzierungsverpflichtung offen, um zu einer Einigung zu gelangen, „die der Uni eine medizinische Perspektive gibt“. Dazu habe auch das Bekenntnis der Rhön-Klinikum AG beigetragen, selbst einzuspringen, falls das UKGM die nötigen finanziellen Mittel nicht aufbringen könne.

Ministerin Dorn betont: Wir wollen uns einigen

Es geht um 800 Millionen Euro, die beide Seiten zu gleichen Teilen verteilt auf die nächsten zehn Jahre für Investitionen in Gebäude und Ausstattung an beiden UKGM-Standorten aufbringen wollen. Somit hätte das UKGM die Möglichkeit „aus dem Vollen zu schöpfen, wenn wir die letzten Meter schaffen“, sagte Dorn. In dieser Hinsicht sei sie mittlerweile zuversichtlich, da die Verhandlungen davon getragen seien, dass „wir uns einigen wollen“.

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Man arbeite mit Hochdruck und Beharrlichkeit, versicherte Professor Tobias Kaltenbach, Vorstandsvorsitzender der Rhön Klinikum AG. Man erachte das Einigungspapier als so wertvoll, weil es dem UKGM viel Geld zur Verfügung stelle, um medizintechnisch und baulich „auf der Höhe der Zeit zu bleiben“. Deshalb sei „noch ein wenig Geduld“ erforderlich, bis die Anschlussvereinbarung unterschrieben sei.

Mit den anstehenden Änderungen im Gesundheitswesen werde sich auch die Versorgungslandschaft wandeln und das sei nur mit großen Investitionen zu meistern, erklärte Kaltenbach. Man sei gemeinsam aber der Überzeugung, dass das drittgrößte Universitätsklinikums Deutschland eine gute Zukunft habe. Kaltenbach sprach auch die Konfrontationen der vergangenen Jahre an, die in der Forderung nach einem Rückkauf des UKGM „gipfelten“. Diese entbehre jeglicher Grundlage. „Das UKGM steht nicht zum Verkauf“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Rhön Klinikum AG.

Spies: Schauen, was die Zeit bringt

Diese Aussage war auch mit Blick an Oberbürgermeister Spies gerichtet, der Ende des vergangenen Jahres die Bereitschaft der Stadt signalisierte, sich mit 100 Millionen Euro am Rückkauf durch das Land zu beteiligen. Spies dankte anschließend Dorn und Kaltenbach, denen es gelang, „ein großes Bedrohungsempfinden zu drehen“. Niemand brauche nun mehr Angst zu haben, dass sich irgendetwas zum Schlechten verändere.

Aber der bekennende Privatisierungsgegner sagte auch, er könne sich an keinen Neujahrsempfang des UKGM erinnern, bei dem so viele Menschen über die grundsätzliche Frage der Privatisierung sprachen. Das stimme ihn hoffnungsvoll und „wir schauen mal, was die Zeit bringt“, wofür er wenig, aber dafür umso lauteren Beifall erntete.

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Die nun der Stadt vermutlich wieder zur Verfügung stehenden 100 Millionen Euro sprach Dr. Sylvia Heinis als letzte Rednerin des Abends an, indem die kaufmännische Geschäftsführerin mehrere Appelle an Spies richtete:

– Die Stadt möge den Öffentlichen Personennahverkehr so ausbauen, dass die Beschäftigten aus allen Teilen der Stadt zu jeder Zeit zum UKGM gelangen können.

– Die Stadt möge ein berufsübergreifendes Wohnheim errichten für Beschäftigte des Klinikums, der Universität und innovativer Unternehmen. „Ein integriertes Zentrum des Wissens und Ort der Marburger DNA.“

– Die Stadt solle pragmatische und schnelle Entscheidungswege einschlagen, zum Beispiel wenn es darum gehe, einen vollautomatisierten, kleinen Einkaufsmarkt zu ermöglichen, damit Beschäftigte, die rund um die Uhr auf den Lahnbergen arbeiten, dort auch rund um die Uhr einkaufen können.

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Ihren letzten Appell richtete sie an alle im Saal, nämlich das Positive, das Patienten bis zu 250.000 Mal im Jahr erleben, auch nach außen zu tragen. Alle Redner, darunter auch Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der UKGM-Geschäftsführung, Unipräsident Professor Thomas Nauss sowie die Medizin-Dekanin Denise Hilfiker-Kleiner, lobten die außerordentlichen Leistungen aller Beschäftigten des UKGM während der Corona-Pandemie.

Die Vertreter der Geschäftsführung betonten, in Verhandlungen über einen Entlastungs-Tarifvertrag einzutreten, weil man mit überlasteten Mitarbeitern keine optimale Versorgung gewährleisten zu können.

Die vielen erfolgreichen Leistungen der Angehörigen des Fachbereichs Medizin im vergangenen Jahr hob Professorin Denise Hilfiker-Kleiner zu Beginn des Neujahrsempfang mit einem langen Beitrag hervor.

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