Umschulung

„Es ist schön, wieder gebraucht zu werden“

Geglückter beruflicher Neustart nach Umschulung: Jennifer Dietrich (Zweite von links) mit ihren Chefs, den Ärzten Dr. Matthias Kuhl und Dr. Ilona Ferenczy, sowie ihrer Betreuerin vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Mirja Sauerwald.

Geglückter beruflicher Neustart nach Umschulung: Jennifer Dietrich (Zweite von links) mit ihren Chefs, den Ärzten Dr. Matthias Kuhl und Dr. Ilona Ferenczy, sowie ihrer Betreuerin vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Mirja Sauerwald.

Marburg. Vor zwei Jahren sah die Welt von Jennifer Dietrich nicht besonders rosig aus: Aufgrund einer Erkrankung kann sie ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Sie hatte eine Ausbildung zur Rettungsassistentin gemacht und als Pflegekraft gearbeitet – das ging nicht mehr.

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Doch steht für sie fest: Es muss weitergehen. Sie erhält von ihrer zuständigen Beraterin der Deutschen Rentenversicherung Bund die Möglichkeit, einen Reha-Vorbereitungslehrgang mit anschließender Umschulung absolvieren zu können.

Diese Chance nutzt Dietrich: Sie absolviert den Reha-Vorbereitungslehrgang beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in der Marburger Temmlerstraße. „Es ist schön, wieder gebraucht zu werden“ sagt sie, „dieses Gefühl stimmt mich positiv und vertreibt die Zukunftsängste, die ich vor Beginn der Teilhabe am Arbeitsleben und dem Praktikum hatte.“

Sie absolviert ein Praktikum in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Matthias Kuhl und Dr. Ilona Ferenczy in Marburg. Denn das Medizinische liegt ihr ja im Blut. Während des Vollzeit-Vorbereitungslehrgangs geht Jennifer Dietrich an einem Tag in der Woche weiterhin in die Gemeinschaftspraxis, zu einer ersten Einarbeitung und zum besseren Kennenlernen. Und der Funke springt über: Die Ärzte signalisieren Dietrich, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit gut vorstellen könne. Sie bieten ihr an, den praktischen Teil der Umschulung zur Medizinischen Fachangestellten in ihrer Praxis zu absolvieren. Die Gelegenheit packt Dietrich beim Schopf: Im Frühjahr unterschreibt sie den Umschulungsvertrag, drei Monate später beginnt sie die Umschulung.

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Während der folgenden zwei Jahre wird die Umschülerin weiterhin vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft begleitet. Neben einer sozialpädagogischen Begleitung erhält sie beispielsweise wöchentlich einen Stütz- und Förderunterricht bei einer medizinischen Fachkraft.

„Hier werde ich fachlich unterstützt, kann mich auf Klassenarbeiten und Prüfungen vorbereiten und bei weiteren Fragen mit der zuständigen pädagogischen Mitarbeiterin sprechen“, freut sich Jennifer Dietrich. Die Begleitung trägt Früchte: Bei der Zwischenprüfung im Juni vergangenen Jahres erreicht die Umschülerin ein Ergebnis von 91 Prozent – und liegt damit weit über dem Kammerdurchschnitt von 66,1 Prozent.

Und: Auch ihre Ärzte sind sehr zufrieden mit Dietrichs Leistungen. Praxisalltag und Zusammenarbeit würden sehr gut funktionieren, so das Ärzte-Team im regelmäßigen Austausch mit den Betreuern des Bildungswerks bei Betriebsbesuchen, Telefonaten oder per E-Mail. Alles klappt so gut, dass Jennifer Dietrich im Dezember ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk erhält: Sie kann nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung in diesem Sommer Vollzeit in der Praxis arbeiten.

Letzte Hürde: die Abschlussprüfungen, die die junge Frau im Mai schriftlich und im Juli mündlich und auch praktisch besteht.

Von unseren Redakteuren

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