Corona-Fallzahlen

Seit Dienstag 103 Neuinfektionen

Ehrenamtliche Helfer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) nehmen in einem Corona-Drive-In-Testzentrum einen Abstrich von einem Patienten. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Ehrenamtliche Helfer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) nehmen in einem Corona-Drive-In-Testzentrum einen Abstrich von einem Patienten.

Marburg. Aktuell werden laut Kreisverwaltung 33 Betroffene stationär im Krankenhaus behandelt (-2). Davon benötigen weiterhin 13 Personen eine intensivmedizinische Betreuung. Eine weitere Person ist im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Gesundheitsamt und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte betreuen aktuell 790 aktive Fälle (-37). Die Zahl der Genesenen ist um 139 auf 1.741 Fälle gestiegen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beträgt jetzt 19. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (Inzidenz) im Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt aktuell bei 218,6 (+15,0).

Nachdem mehrere Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (HEAE) in Neustadt positiv auf den COVID-19-Erreger getestet wurden, soll in Abstimmung zwischen dem Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf und dem Regierungspräsidiums Gießen eine erneute Reihentestung durchgeführt werden.

Diese Reihentestung soll wichtige Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen in der Einrichtung bringen, auf deren Basis geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können, um weitere Infektionen zu vermeiden. Da 18 der 600 Bewohnerinnen und Bewohner an COVID-19 erkrankt sind, sollen durch die vom Gesundheitsamt angestoßene Reihentestung mögliche Infektionsquellen lokalisiert werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Keine Kontrollen durch Soldaten

Mehr als 3 000 Bewohner des Landkreises Marburg-Biedenkopf leben derzeit in Corona-Quarantäne. Als Kontaktpersonen 1. Grades zu Covid-19-Infizierten dürfen sie zwei Wochen lang ihr Wohnumfeld nicht verlassen, wie die Kreisverwaltung auf OP-Anfrage mitteilt. Zu Monatsbeginn waren es weniger, da gab der Kreis mehr als 2 000 Betroffene an.

Stichenprobenartige Anrufe durch das Gesundheitsamt

In den vergangenen Tagen gab es in Marburg Gerüchte, wonach die mittlerweile im Gesundheitsamt eingesetzten Bundeswehr-Soldaten die Quarantäne mit Hausbesuchen kontrollieren. Es gab Beobachtungen von Bewohnern etwa in Cappel, die vergangene Woche Uniformierte beim Klingeln von nachweislich in Quarantäne befindlichen Nachbarn beobachteten. Keine übliche Praxis, heißt es in einer Stellungnahme des Gesundheitsamts. Die 29 Soldaten würden bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen und der Dokumentation eingesetzt. Einige besonders geschulte Soldaten unterstützen die Abstrich-Teams der Behörde. „Die Soldaten werden nicht zur Kontrolle der Quarantäne-Einhaltung eingesetzt.“ Etwas, das auch verfassungsrechtlich – Stichwort Einsatz der Bundeswehr im Inneren – rechtlich hoch problematisch sein würde.

Und so wird die Quarantäne tatsächlich kontrolliert: „Die Betroffenen werden regelmäßig stichprobenartig durch Mitarbeitende des Gesundheitsamtes telefonisch kontaktiert. Sollten sich Hinweise ergeben, dass die Quarantäneanordnung nicht befolgt wird, erfolgt die Kontrolle am Wohnort durch Ordnungsamt oder Polizei“, so Stephan Schienbein, Landkreis-Pressesprecher.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Zahl der Kontrollen werde aber nicht statistisch erfasst. Derzeit laufe ein Verfahren gegen eine Person, die mehrfach wegen Quarantäneverstößen aufgefallen sei. Für eine rechtssichere Ahndung würden aber belastbare Hinweise oder Zeugenaussagen benötigt. Außer dem beschriebenen Fall liegen demnach derzeit keine belastbaren Meldungen vor, die ein Bußgeld rechtfertigen würden. Aber: Man gehe allen Hinweisen nach und überprüfe sie.

Unverletzlichkeit der Wohnung gilt

Laut Grundgesetz gelte aber die Unverletzlichkeit der Wohnung. Dieses Grundrecht dürfe nur bei einer unmittelbar drohenden Gefahr eingeschränkt werden („Gefahr im Verzug“). Das sei bei Quarantäne-Verstößen „nicht anzunehmen“. Ordnungsamt und Polizei dürfen ein Haus oder ein Grundstück demnach nur betreten, um beispielsweise an einer Haus- oder Wohnungstür zu klingeln, um Kontakt mit den Bewohnern aufzunehmen.

Von Björn Wisker

Mehr aus Marburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen