Lahnberge

Mineralienschau in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens

Alexander Ruppel (links) und Dr. Sebastian Müller betrachten einen Calcit im Teich des Wasserpflanzenhauses im Botanischen Garten.

Alexander Ruppel (links) und Dr. Sebastian Müller betrachten einen Calcit im Teich des Wasserpflanzenhauses im Botanischen Garten.

Marburg. Im „Indoor“-Teich im Wasserpflanzenhaus im Botanischen Garten auf den Lahnbergen bilden verschiedene Arten von Seerosen einen ganz besonderen Hingucker für die Besucher. Seit Ende vergangener Woche kann man dort mitten im Teich ein kleines Naturwunder bestaunen, das einer weißen Seerose täuschend ähnlich sieht. Allerdings handelt es sich um eine prachtvolle Druse aus Kalkspat. Der große weiße Calcit fügt sich ideal in die Umgebung ein. Allerdings hat er dort nur eine Heimat auf Zeit gefunden.

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Denn er ist der Bestandteil einer ungewöhnlichen Sonderschau: Die Sonderausstellung von Mineralien und Edelsteinen wurde am vergangenen Samstag kurz vor der Tropennacht in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens eröffnet. Dr. Sebastian Müller, Chef des Mineralogischen Museums, konzipierte die Schau mit Preziosen aus dem Bestand des seit mehr als zwei Jahren geschlossenen Museums.

Böden können sowohl aus verwittertem Gestein als auch aus abgestorbenen Pflanzenresten gebildet werden. Die Idee der Schau war es, auch weitere Bezüge und Verbindungslinien zwischen Mineralogie und Botanik deutlich zu machen.

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Das geschieht besonders eindringlich im Nutzpflanzenhaus, wo in einer Vitrine Mineralien zu sehen sind, die in Form, Farbe oder Geruch an Obst oder Gemüse erinnern. So riecht der Knoblauchstein wirklich ein wenig nach Knoblauch. Aber es gibt auch Mineralien wie Citrin, das so ähnlich wie eine Zitrone aussieht, oder einen von der Farbe her an den Kaffee erinnernden Cappuccino-Jaspis.

Insgesamt verdeutlichen acht Vitrinen die Korrespondenz zwischen Pflanzen und Mineralien. Sie sind nicht nur im Tropenhaus, sondern auch in den meisten anderen Schaugewächshäusern zu sehen. Wie aus Farnen auch Diamanten werden können, das wird Schritt für Schritt in einer Vitrine erklärt.

Eine Nachbildung des Meteoriten von Treysa ist zu sehen

Ideal einpassen können sich die aus verfestigter Lava bestehenden Vulkan-Gesteine in das Kanarenhaus. Denn dort sind sowieso schon sehr ähnliche Steine zu sehen, die zur Einfassung der Wege verwendet wurden. Besonders interessant sind die beiden „Vulkan-Bomben“: Dabei handelt es sich um bei einem Vulkanausbruch wie Bomben herausgeschleuderte Fragmente aus erstarrter Lava.

Auch eine Nachbildung des Meteoriten von Treysa aus Gips ist im Kanarenhaus zu sehen. Das Original ist das bedeutsamste Exponat der Meteoritensammlung des Mineralogischen Museums. Der Niedergang des Meteoriten sorgte seinerzeit in der Region Mittelhessen für Aufregung: Zahlreiche Menschen beobachteten am Nachmittag des 3. April 1916 zwischen Marburg und Kassel eine leuchtende Feuerkugel am Himmel.

Abgerundet wird die interessante Schau im Tropenhaus durch das Modell des zweitgrößten Goldnuggets, das je gefunden wurde. Das echte Original wog übrigens mehr als 60 Kilogramm und würde bei den heutigen Goldpreisen rund 3,5 Millionen Euro einbringen.

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INFO: Die Schaugewächshäuser im Botanischen Garten auf den Lahnbergen sind für die Schau „Steingarten – Mineralogie trifft Botanik“ jeden Sonntag zugänglich, und die Sonderschau aus dem Mineralogischen Museum ist noch bis zum 26. Februar zu sehen. Der Eintritt kostet 3 Euro (ermäßigt: 2 Euro)

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