Coronavirus

Maskenpflicht-Befreiung beschäftigt Schulen

Schüler einer 13.Klasse einer Oberstufe sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Deutsch-Unterricht.

Schüler einer 13.Klasse einer Oberstufe sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Deutsch-Unterricht.

Marburg. Die Maskenpflicht an Schulen gilt derzeit grundsätzlich auf dem Schulgelände, ab Klasse 5 auch im Präsenzunterricht – davon befreien lassen können sich Lehrkräfte oder Schüler aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer Behinderung. Sofern der Grund „für die Schule nicht offenkundig ist“, muss die Befreiung laut des Hessischen Kultusministeriums durch ein ärztliches Attest bestätigt werden, das nicht älter als drei Monate ist. Ein solcher Nachweis fehlte zuletzt einem Schüler aus dem Lahn-Dill-Kreis, der erfolglos vor dem Gießener Verwaltungsgericht für eine Befreiung von der Maskenpflicht klagte (die OP berichtete). Laut Gericht habe der Achtklässler keinen Arzt gefunden, der ihm ein Attest ausstellen wollte, zudem konnte er nicht glaubhaft machen, das die Maske bei ihm zu gesundheitlichen Einschränkungen geführt habe.

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Nach Meinung des Schülers sei er aber auch nicht verpflichtet, ein Attest vorlegen zu müssen. Die Kammer wies den Antrag zurück und hob hervor, dass das Gericht keine durchgreifenden Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Maskenpflicht erkenne.

Wie steht es an Schulen im Kreis um das Thema? Das war und ist noch präsent, in den Schulgemeinden direkt wie auch in der Elternschaft, vor allem wenn es darum geht, ob und wie Schüler ohne Maske im Klassenverbund unterrichtet werden. Also „kein Thema, das einfach zu behandeln ist“, berichtet etwa Björn Mayr, Schulleiter der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg. Die Schule stehe schon lange dazu mit vielen Eltern in Kontakt, manche machten sich Sorgen, sollte das eigene Kind eventuell den Sitznachbarn ohne Maske im Unterricht treffen. Im Kern drehe sich dabei alles um die Frage nach „dem Schutz der Einzelperson und dem Schutz der Gruppe“. An der Amöneburger Schule gebe es derzeit zwei Schüler – von insgesamt rund 780 – die per Attest von der Maskenpflicht befreit sind. Diese nehmen in Absprache mit den Eltern allerdings nicht am Präsenzunterricht teil, sondern werden Zuhause beschult. Problem dabei: Wie können sie Arbeiten schreiben, also ihre Leistungen nachweisen? Das werde die Schule auf jeden Fall gewährleisten und arbeite derzeit an einer Lösung, erklärt Mayr.

Auch an der Gesamtschule Niederwalgern tauchte die Maskenpflicht und eine mögliche Befreiung in der Vergangenheit immer wieder auf, ein Thema „mit hoher Sensibilität“, sagt Schulleiter Uwe Schulz. Die Schule habe dazu viel Aufklärung betrieben, viele Gespräche mit Eltern geführt, sei auf gesundheitliche Bedenken eingegangen, „wir konnten viele Probleme lösen und Sorgen ausräumen, das Thema hat sich abgekühlt“, kann Schulz berichten. Keiner der 450 Schüler ist derzeit per Attest von der Maskenpflicht befreit. Ein Schüler sei allerdings Zuhause, da die Eltern grundsätzlich die Maske ablehnten und ihr Kind nicht zur Schule schicken. Klingt wenig, „aber jeder Fall ist ein Fall zu viel. Das Kind wird ja aus dem ganzen Sozialgefüge rausgenommen“, sagt Schulz. Mit den Eltern stehe nun auch das Schulamt in Kontakt.

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Was wäre, wenn ein von der Maske befreiter Schüler nun in der Schule unterrichtet werden sollte? Das müsse individuell abgesprochen werden, dabei gebe es „keine einfache Lösung“. Für Schulen sei das immer ein Spagat zwischen dem Infektionsschutz für alle und dem Ziel, keinen auszugrenzen.

Das Infektionsgeschehen im Landkreis nach Alter:

Von den derzeit registrierten Corona-Fällen (aktuell 765) verteilen sich 17 Fälle auf die Altersgruppe 0 bis 5 Jahre; auf die Altersgruppe 6 bis 9 Jahre: 13 Fälle; auf die Altersgruppe 10 bis 19: 78 Fälle; auf die Altersgruppe 20 bis 29: 159 Fälle; auf die Altersgruppe 30 bis 39: 119 Fälle; auf die Altersgruppe 40 bis 49: 101 Fälle; Auf die Altersgruppe 50 bis 59: 108 Fälle; auf die Altersgruppe 60 bis 69: 48 Fälle; auf die Altersgruppe 70 bis 79: 43 Fälle; auf die Altersgruppe 80 bis 89: 59 Fälle; auf die Altersgruppe 90 bis 99: 19 Fälle; auf die Altersgruppe 100+: ein Fall.

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