Corona-Nachbarschaftshilfe

Marburger organisieren Corona-Hilfe

Simon Peters hängt an einem Haus einen Handzettel zur Nachbarschaftshilfe auf. Der 37-Jährige ist einer von fast 400 Marburgern, die sich organisiert haben.

Simon Peters hängt an einem Haus einen Handzettel zur Nachbarschaftshilfe auf. Der 37-Jährige ist einer von fast 400 Marburgern, die sich organisiert haben.

Marburg. Es gibt sie auch, die guten Seiten der Krise: Die Corona-Pandemie hat eine Welle der Solidarität ausgelöst. Ob in der eigenen Hausgemeinschaft oder im Internet: Die Hilfsbereitschaft steigt merklich.

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Seit Freitag haben sich zum Beispiel mehr als 350 Marburger zu einer Nachbarschaftshilfe zusammengeschlossen. „Wir wollen aktiv für unsere Mitmenschen da sein“, betont Simon Peters. Der 37-Jährige ist einer der Organisatoren der Gruppe, die sich inspiriert von ähnlichen Initiativen in anderen europäischen Städten nun auch in der Unistadt gegründet hat. Unter dem Hashtag #Nachbarschaftschallenge hatten seit Beginn der Corona-Krise Internetnutzer in ganz Deutschland dazu aufgerufen, Zettel mit Hilfsangeboten in der eigenen Nachbarschaft aufzuhängen, um Betroffene der Corona-Krise unkompliziert zu unterstützen.

Ziel davon ist es, besonders den Menschen aus sogenannten Risikogruppen zu helfen – also Menschen mit einem Alter über 65 Jahren, immunsupprimierte Personen oder Menschen mit Lungenerkrankungen.

„Wir bieten an, Einkäufe und Besorgungen zu machen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder schauen auch, ob wir Kinderbetreuung übernehmen können“, erklärt Peters und betont zugleich, dass die Marburger Gruppe im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt stehe. Sinn und Zweck der Nachbarschaftshilfe sei es, dazu beizutragen, dass potenziell gefährdete Menschen in ihrem sicheren Zuhause bleiben können und dass sich das Virus so langsam wie möglich ausbreitet.

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„Wir raten unseren Helfern deshalb auch, dass sie keine zu große Anzahl an Hilfesuchenden unterstützen, um die Anzahl physischer Kontakte nicht unnötig auszuweiten“, so der Vater zweier Kinder.

Hilfe per Handzettel, Telefon oder übers Internet möglich

Peters und seine Mitstreiter gehen ganz systematisch vor. Sie haben zum einen Handzettel entworfen, die sie in der Stadt an neuralgischen Punkten verteilen: Sie bringen sie an Bushaltestellen an, legen sie in Supermärkten aus oder kleben sie an Hauswände. Die Zettel haben sie in gut zehn Sprachen übersetzt. Darauf zu lesen ist, wie man die Freiwillige am besten erreichen kann: Zum einen funktioniert das über eine interaktive Karte im Internet, in der genau zu sehen ist, wo in Marburg und der Umgebung Freiwillige welche Dienste anbieten.

Zum anderen können diejenigen, die sich mit der Karte nicht zurechtfinden, auch per E-Mail Kontakt mit der Gruppe aufnehmen (coronahelfer.mr@gmx.de) oder per Telefon. Dafür hat die Gruppe eigens drei Prepaid-Handys gekauft, die wochentags von 10 bis 14 Uhr erreichbar sind.

Montags unter +4915732281334, dienstags und donnerstags unter +4915733360918, mittwochs und freitags unter +4915733360915.

Die Gruppe organisiert sich über den Nachrichtendienst „telegram“. Auch, wenn sich innerhalb weniger Tage schon fast 400 Menschen in der Gruppe registriert haben, freut sich das gut 15-köpfige Organisationsteam über weitere Mitstreiter, die in Marburg oder den umliegenden Ortschaften helfen wollen.

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Organisationsmitglied Lea Rebstock ruft deshalb die Marburgerinnen und Marburger zur Unterstützung auf: „Die Corona-Krise trifft die Schwächsten am Härtesten. In Zeiten, in denen die Marburger Tafel schließen muss und das Leben stillsteht, weil unser Gesundheitssystem andernfalls überlastet ist, kommt es auf uns alle an“, sagt sie und ist sich sicher: „Gemeinsam stehen wir diese Pandemie durch!“

So funktioniert's

In der Nachrichten-App „telegram“ gibt es unter der Adresse https://t.me/Nachbarschaftshilfemarburg einen Kanal mit aktuellen Informationen rund um die Corona-Krise in Marburg. Wer sich aktiv an der Nachbarschaftshilfe als hilfesuchende oder als helfende Person beteiligen möchte, ist dazu aufgerufen, sich unter der Adresse https://kutt.it/covidmr in eine interaktive Karte Marburgs einzutragen.

Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder ohne Internetzugang wurde eine Telefon-Hotline einrichtet, die wochentags von 10:00 – 14:00 Uhr erreichbar ist: Montags unter +4915732281334, dienstags und donnerstags unter +4915733360918, mittwochs und freitags unter +4915733360915. Via Mail ist die Nachbarschaftshilfe Marburg ebenfalls unter coronahelfer.mr@gmx.de zu erreichen.

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