„Marburg Miteinander“

Stadt legt 3,7-Millionen-Hilfsprogramm auf

Der Lockdown hat auch in der Marburger Geschäftswelt seine Spuren hinterlassen. Archivfoto: Thorsten Richter

Der Lockdown hat auch in der Marburger Geschäftswelt seine Spuren hinterlassen.

Marburg. Das finanzielle Schwergewicht im 14-Punkte-Plan ist der Stadt-Geld-Gutschein: Mit ihm sollen Marburgs Gewerbetreibende binnen sechs Wochen mehrere Millionen Euro Umsatz machen. Dazu kommen Mieterschutz, vergünstigte Park- und Bustickets, Kampagnen zum lokalen Einkauf, außerdem Förderung von Schülern, Senioren, Handwerk und Bauwirtschaft, der Erlass städtischer Gebühren, die Stundung von Steuern und mehr. Am Freitag, 29. Mai, liegt das Programm den Stadtverordneten zur Abstimmung vor.

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„Wir sind mitten in einer Krise von noch nie dagewesener Dimension. Das verlangt hier in Marburg mutige Lösungen von ebenso außerordentlicher Dimension, um unsere lebendige Stadt zu erhalten", sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Die Vorlage „Marburg Miteinander – Gemeinsam sicher durch die Krise“ ist am Montagabend im Magistrat angenommen worden. Sie sieht eine "außerplanmäßige Ausgabe" von 3,7 Millionen Euro vor. Haushaltstechnisch ist dies möglich - und: "Die Mittel für das Hilfsprogramm sind da",  erklärt Kämmerer Spies, die Stadt habe in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und Geld – zum Beispiel Gewerbesteuernachzahlungen des Pharma-Standorts – beiseite gelegt statt ausgegeben.

Größter Posten - 1,9 Millionen Euro - sind die Kosten für einen Stadt-Geld-Gutschein – ein neues und einmaliges Gutschein-System zur Stärkung des örtlichen Gewerbes. Alle volljährigen Marburger erhalten einen Gutschein über 20 Euro, alle Kinder und Jugendlichen einen über 50 Euro. Die Stadt gibt so rund 76.000 Gutscheine aus, gültig für sechs Wochen. Damit kann in Läden, Gastronomie, Kultureinrichtungen sowie bei Dienstleistern eingekauft werden, die wegen der Pandemie monatelang geschlossen waren. Weitere Schwerpunkte sind ein Verzicht auf Mieterhöhungen in Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau, freies Parken im Parkhaus Pilgrimstein für Kunden der Oberstadt-Geschäfte, ein Notlagenfonds für Soloselbstständige in Höhe von 200.000 Euro für existentiell bedrohte Menschen in den Bereichen Kunst, Kreative und Bildung. Im Sommer soll das Programm "Sommer in der Stadt"  stattfinden, ein dezentrales und der Kultur- und Veranstaltungsprogramm für alle Marburger, vor allem für Familien, die wegen Corona zu Hause bleiben, und zur Unterstützung von Kulturschaffenden, Kreativwirtschaft, Schaustellergewerbe, Handel und Gastronomie.

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