Protest gegen rechte Burschenschaft

"Kein Platz für Neonazis"

750 Menschen demonstrierten gegen ein Treffen der extremen Rechten auf dem Verbindungshaus der Burschenschaft Germania.

750 Menschen demonstrierten gegen ein Treffen der extremen Rechten auf dem Verbindungshaus der Burschenschaft Germania.

Marburg. Vom unteren Steinweg führte am Samstag Mittag die Demonstration  bis hin zur Lutherstraße unterhalb des Gebäudes der Burschenschaft
Germania. Von dort aus spaltete sich dann eine Gruppe der Demonstanten ab und zog hoch zum Gisonenweg am Marburger Schloss, direkt oberhalb des
Grundstücks der Burschenschaft Germania. Die Demonstration stand unter dem Motto "Nazivillen dichtmachen" und richtete sich gegen eine Vortragsveranstaltung mit drei rechten Vordenkern.

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Die Burschenschaft Germania Marburg versuche als Kaderorganisation den Rechtsruck in Deutschland voranzutreben, sagte ein Sprecher der Veranstalter vom "Bündnis gegen Rechts" bei einer Zwischenkundgebung.
"Die Marburger Burschenschafter machen aus ihrer rechtsextremen Gesinnung kein Hehl. Sie sehen sich selbst als Elite und hetzen dabei gegen eine offene und pluralistische Gesellschaft". Mit Rufen wie "Feuer und Flamme der Burschenschaft Germania" oder "Alerta, alerta, Antifaschista!" zogen die Demonstranten durch die Innenstadt.

Unterhalb des Germanenhauses ergriff auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) das Wort. Er nahm zusammen mit Stadträtin Kirsten Dinnebier
(SPD) und Mitgliedern aus dem ehrenamtlichen Magistrat an der Demo teil. "In dieser Stadt ist kein Platz für Neonazi-Treffen", betonte Spies im Gespräch mit der OP. "Dass sich ausgerechnet die exreme Rechte, die Wegbereiter des Rechtsterrorismus hier Treffen, ist eine Provokation gegen die ganze Stadtgesellschaft", so der OB.

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Mit dieser Demonstration werde auch in Marburg ein klares Signal gegen den Rechtsradikalismus gesetzt, sagte Spies. Das sei spätestens seit den Vorfällen in Halle und dem Attentat gegen den Kaseler
Regierungspräsidenten Walter Lübcke auch notwendig. Auch bei der Sitzung des Magistrats am Montag habe es eine einmütige Unterstützung der
Demonstration gegeben, teilte Spies mit. Es müsse in Marburg die Devise gelten "Kein Fußbreit den Faschisten" sagte Spies.

Hier unser Live-Video:

"Unser Ziel ist es, laut und deutlich zu sagen, dass wir diese Veranstaltung nicht in Marburg haben wollen", bezog auch Landtagsabgeordneter Jan Schalauske (Marburger LInke) klare Stellung
gegen das Treffen im Germanenhaus. Die Germania sei eine Kaderschmiede für den faschistischen und völkischen Flügel der AfD, sagte Schalauske.

Sowohl oberhalb als auch unterhalb des Gebäudes der Burschenschaft skandierten die Demo-Teilnehmer noch einige Stunden lautstarke Parolen.
Nach Angaben der Polizei verlief der Protest friedlich und ohne größere Vorkommnisse.

von Manfred Hitzeroth
und Nadine Weigel

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