Vorsicht unter Bäumen

Haare der Eichenprozessionsspinner sind gefährlich

Baumpfleger Max Nabrotzki von der Firma Marbaum arbeitete in luftiger Höhe und befreite im Juni 2020 eine gut 300 Jahre alte Eiche neben der Georg-Büchner-Schule von Raupen und Nestern des Eichenprozessionsspinners.

Baumpfleger Max Nabrotzki von der Firma Marbaum arbeitete in luftiger Höhe und befreite im Juni 2020 eine gut 300 Jahre alte Eiche neben der Georg-Büchner-Schule von Raupen und Nestern des Eichenprozessionsspinners.

Marburg. Auf einen Befall weisen zum einen Gespinstnester hin, die mit Raupen und Larvenhäuten gefüllt sind. Diese hängen ausschließlich am Stamm und in Astgabelungen. Zum anderen sind die Raupen daran zu erkennen, dass sie sich prozessionsähnlich fortbewegen, um in der Baumkrone Blätter zu fressen und von dort zur Gespinstbildung zurückzukehren. Der Eichenprozessionsspinner (EPS) kommt an fast allen Eichen-Arten vor. Befallen sind meistens freistehende, ältere Bäume, aber auch jüngere können betroffen sein. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre verteilt sich der Befall auf das gesamte Stadtgebiet. Die sehr feinen Brennhaare der Raupen können sich nach jeder Häutung leicht aus den Gespinsten lösen und dadurch im Unterholz sowie im Bodenbewuchs vorhanden sein.

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Die Raupenhaare stellen bei Körperkontakt eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen dar. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge in Verbindung mit punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen. Das Einatmen der Haare führt zu Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut. Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthmabeschwerden können in der Folge auftreten. Weitere Begleiterscheinungen können in Einzelfällen Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung sein. Bei überempfindlichen Personen sind allergische Schockreaktionen nicht auszuschließen.

Der Fachdienst Stadtgrün und Friedhöfe rät deshalb zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen bei einem festgestellten Befall:

grundsätzlich die Befallsstelle meiden;

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Raupen und Gespinste nicht berühren;

sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren;

empfindliche Hautbereiche, zum Beispiel Nacken, Hals und Unterarme schützen;

auf Baumpflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind;

bei Auftreten von allergischen Symptomen den behandelnden Arzt oder Hautarzt aufsuchen;

Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen.

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Vorrangig wird eine Bekämpfung aus gesundheitlichen Gründen dort vorgenommen, wo Menschen, insbesondere Kinder, durch die Gifthaare gefährdet sein können und eine Absperrung des befallenen Geländes nicht möglich oder sinnvoll ist.

Zuständig für die Abwehr der Gesundheitsgefahr auf öffentlichem Gelände ist die Kommune, bei Privatgrundstücken die Eigentümer. Privatpersonen sollten nicht zum Mittel der Selbsthilfe greifen, sondern das Absaugen der Nester anerkannten Fachbetrieben überlassen.

Ein Befall im Stadtgebiet sollte entweder telefonisch unter der Nummer 0 64 21 / 20 1-17 59 oder per E-Mail an gruenflaechen@marburg-stadt.de gemeldet werden. Der Fachdienst wird dann die Beseitigung der Nester an öffentlichen Standorten einleiten und Privatgrundstückbesitzer Kontaktdaten zu Fachbetrieben vermitteln. Außerhalb des Stadtgebietes sollte die jeweils zuständige Kommune oder das Landratsamt verständigt werden.

Von unseren Redakteuren

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