Bürgermeister-Wahl

Den eigenen Schreibstift mitbringen!

Die vier Bürgermeister-Kandidaten in Gladenbach sind gespannt, wie viele Stimmen sie am Sonntag erhalten.

Die vier Bürgermeister-Kandidaten in Gladenbach sind gespannt, wie viele Stimmen sie am Sonntag erhalten.

Gladenbach. Ob es an der Corona-Pandemie liegt, vermag Wahlleiter Rüdiger Götze nicht zu sagen, fest steht aber, dass bereits mehr als 1.400 Wahlberechtigte die Briefwahl nutzten.

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Ebenso fest steht, dass die Bürgermeisterwahl an diesem Sonntag wegen Corona eine Premiere im Landkreis ist. Neben den gängigen Regularien zu einer Wahl gelten nämlich auch besondere Hygieneregeln, die einiges anders machen als sonst.

Zum Beispiel dürfen die Wähler nicht nur – was sonst nicht geht –, sondern sie müssen sich sogar vermummen, und das durchgängig vom Betreten bis zum Verlassen eines der 21 Wahllokale samt der Vorräume.

Damit alles mit rechten Dingen zugeht, behalten sich die Wahlvorstände stichprobenartige Kurzlüftungen der Mund-Nasen-Abdeckungen zum Abgleich mit dem Ausweisdokument vor. Die Wahlvorstände bleiben dabei hinter den schützenden transparenten Trennwänden.

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Das Hygienekonzept sieht auch vor, dass in Warteschlangen vor oder in einem Wahllokal ein Abstand von anderthalb Metern zur nächsten Person einzuhalten ist.

Regelmäßiges Lüften in Wahllokalen

Die Wahlhelfer lüften regelmäßig die Wahlorte. Auch sind ausreichend Desinfektionsmittel vorhanden, um „kontaktierte Flächen“ – wie die Kabinen und Urnen – regelmäßig zu reinigen. In den Wahllokalen, die genügend Platz bieten, wird es separate Ein- und Ausgänge geben, damit Begegnungen der Wähler vermieden werden.

Ein weiteres Novum ist, dass jeder Wähler seinen eigenen Kugelschreiber mitbringen darf. Dieser muss nur eine blaue oder schwarze Mine haben. Das würde die Arbeit der Wahlhelfer enorm erleichtern, müssen sie doch die wie üblich bereitgestellten Kulis nach Gebrauch desinfizieren. Mit den Schreibgeräten darf jeder Wahlberechtigte nur ein Kreuz oder ein anderes eindeutiges Symbol auf dem weißen Stimmzettel machen – in dem Kreis hinter den Namen eines der vier Kandidaten.

Fast doppelt so viele Briefwähler wie sonst

Jeder der 9.544 Wahlberechtigten kann unter den vier Bürgermeister-Kandidaten wählen. Diese sind die parteilosen Anton Enes, Peter Kremer und Robert Wolfgram sowie der Grünen-Kandidat Gregor Hofmeyer. Auf dem Stimmzettel steht Hofmeyer an erster Stelle, weil er der einzige Parteikandidat ist. Die Reihenfolge der anderen Mitbewerber ist ausgelost.

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Das sind fast doppelt so viele wie bei der Bürgermeisterwahl im Mai 2014, als 749 Wähler ihre Stimme auf diese Art abgaben. „Die noch im Umlauf befindlichen Briefwahl-Stimmzettel müssen am Sonntag bis 18 Uhr im Briefkasten des Rathauses liegen, sonst kommen sie nicht zur Auszählung“, erklärt Wahlleiter Rüdiger Götze und weist besonders darauf hin, dass die roten Briefumschläge nirgendwo sonst angenommen werden.

Kranke können Vertreter ins Rathaus schicken

Wer plötzlich erkrankt, kann am Sonntag von 9 bis 15 Uhr einen Vertreter mit Vollmacht und Personaldokumenten im Rathaus den Wahlschein abholen lassen. Die Auszählung der Briefwahl-Stimmen beginnt um 14 Uhr im Rathaus, ab 18 Uhr beginnt sie in den Wahllokalen. Diese sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Durch eine Änderung der Wahlordnung ergibt sich eine weitere Neuerung: Werden in Wahllokalen weniger als 50 Stimmen abgegeben, werden diese nicht dort, sondern in einem anderen Wahllokal ausgezählt und gehen auch dort ins Ergebnis ein. Dies könnte zum Beispiel in Kehlnbach der Fall sein, wo es nur 75 Wahlberechtigte gibt.

Auch eine öffentliche Präsentation der Wahlergebnisse im Haus des Gastes gibt es diesmal nicht. Der Einlauf der Ergebnisse aus den Wahllokalen kann aber online über die Seite  wahlen.votemanager.de im Internet verfolgt werden. Erhält keiner der vier Kandidaten am Sonntag mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 22. November eine Stichwahl unter den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen statt.

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