Bürgermeister-Wahl

Anton Enes will durchstarten

Entspannt sitzt Anton Enes im Hainpark, einer seiner Lieblingsorte in Gladenbach.

Entspannt sitzt Anton Enes im Hainpark, einer seiner Lieblingsorte in Gladenbach.

Gladenbach. Hektik scheint für Anton Enes ein Fremdwort zu sein. In sich ruhend sitzt er auf einer Bank im Hainpark, genießt die Stille unter dem wolkenverhangenen Himmel.

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Ruhe bewahren, überlegt handeln, in Stresssituationen richtig reagieren, das muss der 33-Jährige auch bei seinem derzeitigen Job, wenn er das Geschehen an mehreren Monitoren verfolgt. Er arbeitet bei den Marburger Stadtwerken an einer sicherheitsrelevanten Stelle, deutet der Elektromeister an. Mehr dürfe er nicht verraten.

Zielstrebig absolvierte er seinen bisherigen Werdegang. Nach der Ausbildung in einem heimischen Unternehmen folgte die Meisterprüfung: „Mein bisher größter Erfolg.“ Nebenher verfolgte er das Geschehen in der Kommunalpolitik, ohne sich aktiv zu engagieren, nun will er darin Karriere machen.

Dass er als Quereinsteiger den Posten des Bürgermeisters anstrebt, sieht er eher als Vor- denn als Nachteil. Frischen Wind werde er ins Rathaus bringen, Dinge unbefangen angehen, eventuell gar so, wie es noch nie jemand versucht hat.

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Er eifert seinem Vater nach

Die Zukunft Gladenbachs zu gestalten, wo sich seine Eltern niederließen als er sechseinhalb Jahre alt war, ist sein Ziel. Den Wunsch zu Lenken scheint er mit den Genen seiner Vorfahren erhalten zu haben. Sein Vater war 17 Jahre lang Bürgermeister einer Stadt im fernen Kasachstan, dort wo seine Familie herstammt.

Tagtäglich verfolgte er am Esstisch, was sein Vater von seiner Tätigkeit erzählte und schon früh stand für ihn fest, dass er irgendwann auch einmal Bürgermeister sein will. Jetzt sieht er die Chance gekommen. Die Reife sei vorhanden, bestärkt ihn seine 73-jährige Mutter, die in seinem Haus wohnt. Er fühlt sich auch politisch unverbraucht und vor allem nicht gebunden, parteilos, obwohl ihn die Freien Wähler unterstützen.

Den Wahlkampf bestreitet er mit einem Team aus fünf Köpfen, klebt eigenhändig die Plakate oder wirbt für sich und seine Ideen an den Haustüren. Kontaktscheu legen dabei vor allem die Besuchten an den Tag – Corona-bedingt, meint Anton Enes, der die Situation des Hausbesuchs als Elektriker anders kennt.

Für Bauplätze und Kinderbetreuung

Daher weiß er, worauf es im Umgang mit Menschen ankommt, etwas was er im Rathaus anwenden würde, um „das innere Verhältnis zu stärken“. Ebenso will er die Kommunikation der Verwaltung mit den Bürgern verbessern, mehr Transparenz an den Tag legen, damit diese sich nicht übergangen, vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen.

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Enes möchte auch die unterschiedlichen Interessen der Gladenbacher Kommunalpolitiker zum Wohle der Stadt zusammenführen, um die Konfrontation untereinander und mit der Verwaltung zu beenden und gemeinsame Zeile anzugehen, zum Beispiel neue Baugebiete zu schaffen und für ausreichende Plätze in der Kinderbetreuung zu sorgen.

Energie holt er sich im Hainpark

Auch die Mobilität auf Radwegen ist ihm wichtig, oder die Funktion und Optik der Bushaltestelle am Marktplatz sowie deren Aussehen. Dies möchte der in der Kernstadt wohnenden Enes hervorheben und für das städtische Gebäude in der Ringstraße 32 und den ehemaligen Bahnhof ein „überzeugendes Management“ erstellen.

Energie genug, um all diese Vorhaben anzugehen, holt sich Anton Enes bei seinen Hobbys, dem Imkern und Radfahren sowie bei den Spaziergängen mit seinem Dalmatiner Hektor – und das am liebsten in den Wäldern um Gladenbach oder natürlich im Hainpark.

Auch Zeit habe er genug, da er ungebunden ist, und durch den Schichtdienst in seinem jetzigen Job auch belastbar. Und wenn dann noch ein Zeitfenster offen bleibt, will er sich einen weiteren Wunsch erfüllen: den Pilotenschein erlangen.

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