A49-Ticker

"Nirgendwo" wird geräumt und Mahnwache durchsucht

Am Donnerstag wird im Camp "Nirgendwo" mit der Räumung begonnen.

Am Donnerstag wird im Camp "Nirgendwo" mit der Räumung begonnen.

19.15 Uhr: Großes Camp zum Teil geräumt

In ihrer Tagesbilanz berichtet die Polizei, dass Einsatzkräfte ein landwirtschaftliches Anwesen durchsucht haben. Darüber hinaus wurde ein Camp im Norden zum Teil geräumt. Die Einsatzkräfte seien zwei direkten, lebensbedrohlichen Angriffen ausgesetzt gewesen. Einsatzkräfte holten am Nachmittag eine weitere Person von einer Plattform. Dabei waren, laut Polizeibericht, die Einsatzkräfte lebensgefährlichen Angriffen ausgesetzt. Die Person schleuderte ein spitzes Metallteil, ähnlich einem Enterhaken (siehe Foto unten), an einem Seil, um die Spezialkräfte auf Distanz zu halten. Schließlich wurde die Person widerstandlos und unverletzt festgenommen.

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Die B 62 war voll gesperrt. Für den morgigen Freitag ist vorgesehen, die Bundesstraße wieder
einspurig für den Verkehr freizugeben. Dennoch könne es zeitweise zu kurzzeitigen Sperrungen in dem dortigen Bereich kommen, heißt es seitens der Polizei. Es wurden heute 29 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden sieben Ermittlungs- und 29 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 35 sogenannte Platzverweise ausgesprochen.

sichergestellter "Enterhaken"

sichergestellter "Enterhaken"

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14.15 Uhr: Bodennahe Baumhäuser sind leer

Die Polizei hat mittlerweile die meisten Baumhäuser in Bodennähe geräumt. Die Einsatzkräfte durchsuchen die dort gelagerten Materialien und werfen sie auf den Waldboden.

Gegen die Person, die aus einem Baum heraus einem Höhenretter an den Kopf getreten hatte, wurde ein Strafverfahren eingeleitet, teilt die Polizei mit.

Foto: Tobias Hirsch

Foto: Tobias Hirsch

13.30 Uhr: Weitere Schwierigkeit für die Polizei

Die Einsatzkräften haben eine weitere Schwierigkeit zu überwinden. Nach Angaben der Polizei hat sich in etwa sechs Metern Höhe zwischen zwei Plattformen eine Person fest mit einem Betonwürfel verbunden. Daraus müssen die SEKler die Person nun befreien.

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13 Uhr: Asphaltmaschine angesteckt

In der Nacht zu vergangenem Montag brannte in Bad Hersfeld die Asphaltiermaschine eines Straßenbauunternehmens, das am Weiterbau der A49 beteiligt ist. Dazu gibt es inzwischen ein Bekennerschreiben auf einer als linksextrem eingeschätzten Internetseite. Darin setzen die Verfasser den Brand im Zusammenhang mit dem Autobahnbau. Sie kündigen weitere Taten an, auch "wenn der Danni fällt".

Die Polizei erklärt auf Anfrage der OP lediglich, dass wegen des Feuers Ermittlungen wegen Brandstiftung liefen. Die Echtheit des Schreibens werde geprüft.

12.50 Uhr: "Suicide-Box" wird geräumt

Die Einsatzkräfte der Polizei arbeiten gerade an einer von den Ausbaugegner "Suicide-Box" genannten Konstruktion. Es ist ein Gebilde aus Holz an sehr dünnen Seilen, in deren Innerem sich eine Person befindet, wie die Polizei berichtet.

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11.30 Uhr: Katz und Maus in den Bäumen

Ein Ausbaugegner tritt nach einem Höhenretter. Eine andere Protestlerin wippt absichtlich in der Traverse. "Das sieht sehr gefährlich aus", berichtet unser Reporter. Es findet ein Katz-und-Maus-Spiel auf den Traversen statt: Die Baumbesetzer klettern. Die Höhenretter fahren mit der Hebebühne hinterher.

11 Uhr: Erste Baumhäuser geräumt

Drei Hebebühnen sind in "Nirgendwo" unterwegs. Zwei Baumhäuser wurden bereits geräumt. Eines der Häuser wird bereits von der Polizei abgebaut.

Foto: Tobias Hirsch

Foto: Tobias Hirsch

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10.30 Uhr: Traversen werden entfernt

Durch das ganze Barrio - so nennen die Ausbaugegner ihre Dörfer - sind Seiltraversen gespannt. Die Höhenretter des SEK schneiden diese jetzt herunter.

Foto: Tobias Hirsch

Foto: Tobias Hirsch

Foto: Tobias Hirsch

Foto: Tobias Hirsch

10.20 Uhr: Pressevertreter im Wald

Mittlerweile haben weitere Pressevertreter den Ort des heutigen Geschehens im Wald erreicht. Die Polizei hatte am Morgen über ihren Presseverteiler geschrieben: "Begeben Sie sich bitte zu diesen Koordinaten: 50°46'37.1"N 9°01'56.0"E."

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Foto: Tobias Hirsch

Foto: Tobias Hirsch

10 Uhr: Friedlich und ruhig

Die Lage in "Nirgendwo" ist friedlich und ruhig, berichtet unser Reporter von vor Ort. Mehrere Personen befinden sich in den Baumhäusern und in verschiedenen Traverse, die dazwischen gespannt wurden. Die Polizei bereitet deren Räumung vor.

9.30 Uhr: Räumung in "Nirgendwo"

Nach Informationen der OP soll heute das Baumhaus-Camp mit Namen "Nirgendwo" geräumt werden. Es befindet sich im nördlichen Bereich des Dannenröder Forst. "Nirgendwo" ist ein relativ großes Baumhaus-Dorf mit vielen Strukturen, Traversen und weiteren Konstruktionen, die von Menschen besetzt sind.

9 Uhr: Polizei beginnt Räumung eines weiteren Camps

Die Einsatzkräfte der Polizei sind aktuell in einem Camp im Wald und bereiten die Räumung vor. Das teilt die Polizei Mittelhessen auf ihrem Twitter-Kanal mit. Zeitgleich läuft demnach auch eine gerichtlich angeordnete Durchsuchung der von den Ausbaugegnern angemeldeten Mahnwache am Schmitthof an der Bundesstraße 62 zwischen Niederklein und Lehrbach.

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8.50 Uhr: Bürgertelefon auch am Wochenende besetzt

Die Polizei weitet nach eigenen Angaben das Service-Angebot ihres Bürgertelefons zum Weiterbau der A49 auf die kommenden beiden Wochenenden aus. Neben den bereits bestehenden Service-Zeiten von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 16 Uhr, besetzen die Mitarbeiter der mittelhessischen Polizei zusätzlich am 28. und 29. November sowie am 5. und 6. Dezember von 9 bis 15 Uhr das Bürgertelefon unter der Telefonnummer 0641/7006–5445.

Zudem besteht weiterhin die Möglichkeit unter der E-Mail-Adresse A49-Buergerinfo@polizei.hessen.de Fragen rund um den Weiterbau der A49 an die Polizei zu stellen.

Hier gibt's unser Video vom gestrigen Einsatztag im Dannenröder Wald

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Die schriftliche Zusammenfassung (kostenpflichtig) lesen Sie hier.

Hintergrund

Bis Ende Februar 2021 will die Projektgesellschaft Deges die Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen abgeschlossen haben. Dann endet laut Bundesnaturschutzgesetz die Fällperiode, die mit Blick auf die Brut- und Setzzeit von Tieren vom 1. Oktober bis 28. Februar läuft. Das Gesetz gilt zwar vor allem für private Grünflächen wie etwa Gärten, dient aber auch in der Forstwirtschaft als Orientierung, wie der Landesbetrieb Hessenforst erläutert. 

Der Zeitplan hat aber auch damit zu tun, dass die Deges auf den Schutz der Fällarbeiten durch die Polizei angewiesen ist. Seit dem 10. November sind im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis Tag für Tag Hunderte Beamte aus Hessen und anderen Bundesländern im Einsatz, um Räumungen vorzunehmen und Rodungen abzusichern.

Vorangegangen waren seit dem 1. Oktober Räumungen und Baumfällarbeiten im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) sowie im Maulbacher Wald nahe Homberg/Ohm, die ebenfalls zahlreiche Einsatzkräfte begleiteten.

dpa

von Katharina Kaufmann-Hirsch, Tobias Hirsch und unserer Agentur

--- Dieser Artikel wird aktualisiert ---

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