Umwelt

Räumung für A49 fortgesetzt: Ermittlungen laufen

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens.

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens.

Homberg/Ohm. Die Person habe in letzter Sekunde einen Baum umklammern und so einen Sturz verhindern können.

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In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Vorfälle in dem Forst bei Homberg (Ohm) gegeben, bei denen Aktivisten abgestürzt oder beinahe zu Fall gekommen waren. Am Montag stürzte zudem ein Gestell aus Baumstämmen in Richtung von Einsatzkräften, die noch zur Seite springen konnten. Die Polizei geht von einem gezielten Angriff aus. Der Staatsanwaltschaft Gießen zufolge laufen dazu noch die Untersuchungen.

Gleiches gelte für zwei Vorfälle mit schwer verletzten Aktivistinnen. Sie waren an den vergangenen beiden Wochenenden jeweils aus mehreren Metern Höhe zu Boden gestürzt. In einem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Polizisten wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt. Im zweiten Fall sei noch nicht klar, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Bei der Entfernung mehrerer von Demonstranten errichteten "Teilstrukturen" im Dannenröder Wald seien Polizisten erneut mit Pyrotechnik beschossen sowie mit Obst und Eiern beworfen worden, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Verletzt worden sei niemand. In einem Erdloch fanden Einsatzkräfte laut Polizei eine Tonne, die unter anderem mit Zwillen, Stahlkugeln und Pyrotechnik gefüllt war. An einer anderen Stelle stießen die Beamten bei einem Baum auf im Boden vergrabene, nach oben gerichtete Stahlspitzen.

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Um die Rodungen aufzuhalten, haben Aktivisten Barrikaden errichtet und harren in mehreren Baumhauscamps aus. Die polizeiliche Tagesbilanz am Dienstagabend lautete: "Es wurden heute 59 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden acht Ermittlungs- und 65 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und 72 sogenannte Platzverweise ausgesprochen."

Zudem überflog laut Polizei ein Gleitschirmflieger die südliche Schneise im Dannenröder Forst und das dortige Logistikzentrum, filmte dabei und sendete dies via Livestream ins Internet. Nun werde geprüft, "ob die Person gegen luftverkehrsrechtliche Bestimmungen verstoßen hat".

Für den Lückenschluss der A49 sollen insgesamt rund 85 Hektar Wald gerodet werden, 27 davon im Dannenröder Forst. Gegner lehnen das Verkehrsprojekt, für das Baurecht besteht, aus Klimaschutzgründen ab. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.

dpa

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