Prozesse

Sachverständiger: Mutmaßlicher Lübcke-Mörder schuldfähig

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

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Frankfurt/Main. Auch Hinweise für eine Bewusstseinsstörung lägen nicht vor. Er gehe davon aus, dass Ernst weitere vergleichbare schwere Straftaten begehe, wenn er die Möglichkeit dazu habe.

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In seinem Gutachten schilderte der Gutachter Ernst als stets höflich und zurückhaltend. Er habe in den insgesamt neunstündigen Evaluierungsgesprächen "ausgesprochen kontrolliert" gewirkt, häufig nach längeren Pausen, dann aber lang ausholend geantwortet. Dabei seien die Angaben oft sehr vage geblieben. Emotionen habe Ernst nur gezeigt, als es um die Beziehung zu seinem Vater ging, den er in seiner Einlassung vor Gericht als gewalttätig und lieblos beschrieben hatte.

Die Darstellung Ernsts, dass er sich von der ausländerfeindlichen Einstellung seiner Jugend gelöst habe, erscheine zweifelhaft, sagte der Experte. Die Bereitschaft, aus dieser Gesinnung heraus schwere Straftaten zu begehen, habe er bereits als Jugendlicher und Heranwachsender unter Beweis gestellt.

Der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst soll Lübcke im Juni 2019 auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben. Außerdem ist Ernsts früherer Arbeitskollege Markus H. wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Motiv für die Tat aus.

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dpa

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