Demonstrationen

Polizei mit Großaufgebot in Kassel - aber kaum Demonstranten

Autos und ein Rettungswagen passieren auf der Bundesstraße 3 am Auestadion eine Polizeikontrolle.

Autos und ein Rettungswagen passieren auf der Bundesstraße 3 am Auestadion eine Polizeikontrolle.

Kassel. Obwohl eine Demonstration von Gegnern der Corona-Politik in Kassel verboten worden war, zog dort die Polizei am Samstag mit einem Großaufgebot auf. Bereits am frühen Mittag fuhren zahlreiche Polizeifahrzeuge durch die Innenstadt. Eine "niedrige vierstellige Anzahl" Beamter waren laut einem Polizeisprecher im Einsatz.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Um 13 Uhr wurden dann bei den erlaubten Gegendemonstrationen am Opernplatz ganze 15 Teilnehmer gezählt, am Altmarkt 65 weitere, wie der Sprecher am frühen Nachmittag berichtete. Und es habe keine verbotenen Versammlungen von Gegnern der Corona-Politik gegeben. Nur einzelne Personen seien gekommen. Die Lage sei ruhig, das Einsatzkonzept gehe auf, schrieb die Polizei auf Twitter.

Im Vorfeld hatte die Stadt eine geplante Veranstaltung von Gegnern der Corona-Politik mit insgesamt mehr als 3500 angekündigten Teilnehmern verboten. Als Grund nannte sie das gesteigerte Infektionsrisiko beim Zusammentreffen vieler Menschen. Sowohl der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) als auch das Verwaltungsgericht in Kassel hatten das Verbot bestätigt. Sie begründeten ihre Entscheidungen vor allem mit den Erfahrungen vorheriger "Querdenker"-Versammlungen am 20. März in Kassel.

Damals waren bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mehr als 20 000 Teilnehmer durch die Stadt gezogen - erlaubt waren nur 6000. Viele von ihnen hielten sich nicht an die gerichtlich festgesetzten Auflagen wie die Maskenpflicht und teilweise kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Polizei wurde später vorgeworfen, die Lage falsch eingeschätzt zu haben und zu zurückhaltend aufgetreten zu sein. Auch gab es Kritik am Umgang der Beamten mit Gegendemonstranten. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte hingegen den Einsatz verteidigt und das Vorgehen der Polizei als "dialogorientiert" bezeichnet.

Unabhängig von dem Verbot am Samstag, hatten sich die Einsatzkräfte auf einen größeren Einsatz eingestellt. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, sie wolle auch Erfahrungen aus dem Einsatz am 20. März in Kassel noch einmal besonders reflektieren und in die aktuellen Vorbereitungen einbeziehen.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben am Samstag vermehrt Kontrollen vor und wies sowohl Demonstranten als auch Passanten auf die geltende Maskenpflicht hin. Zwei Menschen seien festgenommen worden. Ein Mann zeigte demnach den Beamten den Hitlergruß. Ob ein Zusammenhang zu den Versammlungslagen besteht, sei offen, schrieb die Polizei auf Twitter.

© dpa-infocom, dpa:210619-99-59845/3

dpa

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken