Prozesse

Nachbarn wegen Ruhestörung erstochen? Angeklagter bestreitet

Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia.

Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia.

Frankfurt/Main. Ein 66 Jahre alter Rentner hat am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt bestritten, seinen Wohnungsnachbarn wegen angeblicher Ruhestörung erstochen zu haben. Die Anklage legt dem Deutschen Totschlag zur Last. Er soll im Juli 2019 den 70-Jährigen in dessen Wohnung in Frankfurt mit einem Küchenmesser getötet haben. Kurz zuvor setzte er laut Anklage einen Notruf bei der Polizei ab, bei dem er die Tat ankündigte. Die Beamten fanden schließlich den Toten (Az.: 3390 Js 230382/19). Er habe seinen Nachbarn nicht angegriffen, hieß es vom Angeklagten. Als ihm der Richter das sichergestellte Tatwerkzeug zeigte, sagte der Rentner: "Das Messer ist nicht von mir."

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In der Wohnung über der des Angeklagten in einem Hochhaus in Frankfurt-Bornheim gab es offenbar öfters Ruhestörungen. Auch zwei Untermieter, die bei ihm wohnten, hätten sich mehrfach über nächtliche Klopfgeräusche beschwert. Nach dem Tod des Nachbarn kam der Angeklagte zunächst in Untersuchungshaft. Später wurde der Haftbefehl jedoch außer Vollzug gesetzt, so dass der Mann trotz des schweren Tatvorwurfs derzeit auf freiem Fuß ist. Bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung hatte der Rentner erklärt, von dem späteren Opfer angegriffen worden zu sein.

Die Schwurgerichtskammer hat noch zwei weitere Verhandlungstage bis Ende Januar terminiert. In dem Prozess soll ein psychiatrischer Sachverständiger angehört werden.

© dpa-infocom, dpa:210125-99-165680/4

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dpa

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