Kriminalität

Mehr Schutz für Walter-Lübcke-Schule nach Drohmail

Kassel/Wiesbaden. Nach dem Eingang einer Drohmail erhält die Walter-Lübcke-Schule im nordhessischen Wolfhagen Videoüberwachung. Dies sei bei einem Gespräch mit der Polizei und der Schule vereinbart worden, sagte ein Sprecher des Landkreises Kassel am Dienstag. Beim Landeskriminalamt (LKA) sei zudem eine Gefährdungsanalyse in Auftrag gegeben worden, die prüfen solle, ob es sinnvolle Möglichkeiten gebe, die Schule zu sichern. Die Schule trägt ihren Namen im Andenken an den aus rechtsextremistischen Motiven ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

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Der Verfasser des Schreibens nenne sich "NSU 2.0", so der LKA-Sprecher. Inhalt des Schreibens sei eine Bombendrohung gewesen. Die Polizei habe die Drohung ernst genommen "und in enger Abstimmung mit der Schulverwaltung die erforderlichen polizeilichen Maßnahmen getroffen." Verdächtige Feststellungen seien nicht gemacht worden. "Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte", hieß es weiter. Das Hessische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

Vor dem Urteil in dem Fall am vergangenen Donnerstag am Oberlandesgericht Frankfurt hatten Schüler der Schule eine Mahnwache abgehalten und unter anderem eine härtere Strafverfolgung rechtsextremer Gewalt gefordert. Am Tag darauf ging die Drohmail ein. Mit "NSU 2.0." waren auch Drohschreiben unter anderem an die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz und Linken-Politikerin Janine Wissler unterzeichnet gewesen. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden keine weiteren Angaben zu der Wolfhagener Drohmail gemacht.

"Die Schule lässt sich von dieser Drohung nicht beirren. Wir werden nicht den Mund halten und auch künftig weiter offen für Demokratie streiten", betonte Schulleiter Ludger Brinkmann am Dienstag in einer Stellungnahme des nordhessischen Bündnis "Offen für Vielfalt". "Das macht uns keine Angst", sagte auch Schulsprecher Lukas Mühlbauer. "Wir lassen uns nicht von Menschen den Mund verbieten, die nicht hinter unserer Demokratie stehen." Dies sei man der Region und Walter Lübcke schuldig.

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© dpa-infocom, dpa:210202-99-270972/3

dpa

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