Kriminalität

Land will an Rasselisten für Hunde festhalten

Ein Staffordshire Bullterrier schaut durch die Gitterstäbe eines Tierheim-Zwingers.

Ein Staffordshire Bullterrier schaut durch die Gitterstäbe eines Tierheim-Zwingers.

Wiesbaden. Nur rund sieben Prozent der registrierten Beißvorfälle 2009 bis 2019 seien auf sogenannte Listenhunde zurückzuführen. Das spreche dafür, dass die von diesen Rassen ausgehenden Gefahren auf ein Minimum zurückgedrängt worden seien.

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"Zwar sind allein von der Rassezugehörigkeit eines Hundes keine Rückschlüsse auf dessen Wesen und damit seine Gefährlichkeit zulässig", erklärte das Ministerium. Gleichwohl seien einige Rassen statistisch besonders auffällig. Die "Gefahrenverordnung über das Halten und Führen von Hunden" (HundeVO) gilt zunächst noch bis Ende 2021 und wird derzeit überprüft. Dazu werden im Ministerium Stellungnahmen etwa der Landestierärztekammer und der Polizeibehörden ausgewertet.

Für die Haltung sogenannter Kampfhunde oder anderer Hunde, die als gefährlich gelten, gibt es in Hessen strenge Vorschriften. Unter anderem brauchen die Halter eine Erlaubnis der Ordnungsbehörde. Dafür müssen sie ihre Sachkunde nachweisen und der Hund in einem Wesenstest seine Harmlosigkeit beweisen. Auf der Rasseliste gefährlicher Hunde stehen unter anderem Staffordshire-Bullterrier, Rottweiler und Kangal.

2019 wurden 318 Beißattacken von Hunden aktenkundig, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Darunter sind laut Ministerium 19 Vorfälle mit "Listenhunden". Die tierschutzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Heide Scheuch-Paschkewitz, forderte eine Abschaffung der Rasseliste. Ein Sachkundenachweis für Hundehalterinnen und -halter sei viel sinnvoller. "Die Expertinnen und Experten sind sich einig, dass vor allem falsche Haltung und falsche Erziehung zu schlimmen Vorfällen führen kann."

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dpa

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