Soziales

Kein Spendenrückgang zum Jahresende: Verbände überrascht

Euro-Münzen auf Euro-Banknoten.

Euro-Münzen auf Euro-Banknoten.

Wiesbaden/Frankfurt. Die große Spendenbereitschaft der Hessen hat sich entgegen anderslautenden Befürchtungen auch in der Weihnachtszeit fortgesetzt. "Einzelne DRK-Kreisverbände verzeichneten ähnliche Spendeneingänge wie in den vorherigen Vorweihnachtswochen, andere erhielten deutlich mehr Zuwendungen als in den Jahren zuvor", sagte Gisela Prellwitz, Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hessen. Auch Tierschutzvereine melden gleichbleibende oder steigende Spenden, die Diakonie einen sehr starken Anstieg.

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Vor der Weihnachtszeit hatten einige Verbände befürchtet, dass viele Spender wegen der Corona-Pandemie Zahlungen vorgezogen hätten und es zum Jahresende einen Rückgang geben werde.

"Traditionell ist die Spendenbereitschaft um die Weihnachtszeit am höchsten", sagte DRK-Sprecherin Prellwitz. Die 37 Kreisverbände in Hessen hätten teils sehr unterschiedliche Spendenaufrufe veröffentlicht. Zum Beispiel sammelte das DRK im Odenwaldkreis erfolgreich Geld für ein neues "Herzenswunsch-Mobil", das schwerkranken Menschen einen letzten Wunsch erfülle. Oftmals hätten Menschen auch unter dem Motto "Spenden statt Böller" Geld gegeben.

Der DRK-Landesverband Hessen erhielt auch eine höhere Anzahl von Spenden für die Jugendarbeit, Wasserwacht und Bergwacht. Dabei liege Hessen im Bundestrend: "Mit Blick auf ganz Deutschland verzeichnet das DRK wesentlich mehr Spendeneingänge in den Wochen vor Weihnachten."

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Die Diakonie Hessen blickt dank öffentlichkeitswirksamer Aktionen auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. "Wir haben im vergangenen Jahr mindestens das 20-fache an Spenden bekommen", sagt Bernd Kreh, Abteilungsleitung für Förderwesen, Fundraising und Stiftungen. Rechne man Sachspenden ein, liege man über einer Millionen Euro. Die Resonanz sei überwältigend gewesen - auch zum Jahresende.

Dabei sei es vor allem die Kooperation mit dem Fußballverein Eintracht Frankfurt gewesen, die zu Beginn der Pandemie massiv Spenden für durch Corona in Not Geratene gebracht habe. "Wir dachten danach: Die Corona-Spenden fließen im Kleinen weiter." Doch dann habe man im Herbst das Projekt "Wärme spenden. Leben retten. Miteinander helfen!" gestartet. Die mit der "Tatort"-Schauspielerin Ulrike Folkerts beworbene Aktion laufe sehr gut. Von den Spenden werden Obdachlosen winterfeste Schlafsäcke und Matten gekauft. Bisher sei die Diakonie keine klassische Spendensammel-Organisation gewesen, sagte Kreh: "Das hat sich in diesem Jahr geändert."

Die Tierschutzvereine hatten 2020 finanziell stark unter der Corona-Pandemie gelitten. Weil Veranstaltungen, beispielsweise Feste, nicht möglich waren, brachen viele Spenden weg. Doch laut dem Landestierschutzverband Hessen macht eine erste Umfrage Hoffnung: "Die Vereine, die sich zurückgemeldet haben, berichten von gleichbleibenden und zum Teil höheren Spendenaufkommen in der Weihnachtszeit", sagte Sprecherin Sigrid Faust-Schmidt.

Allerdings konnten sich viele Hessen wegen Lockdown und Reisebeschränkungen durchgehend um ihre Haustiere kümmern. Die sonst schnell ausgebuchten Plätze in Tierheimen für Pensionstiere seien weniger genutzt worden. "Damit brachen zwei wichtige Einnahmequellen in 2020 komplett weg und die vom Land Hessen bereitgestellten Fördermittel für Vereine waren in dieser Krise für unsere Tierschutzvereine so gut wie nicht nutzbar", sagte Faust-Schmidt.

Die Tierschützer gingen zwar vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Sorge bereite aber, dass Tierbesitzer möglicherweise zu Zeiten von Corona unüberlegt angeschaffte Tiere nach der Pandemie im Tierheim abgeben würden. "Das wäre eine erhebliche Belastung sowohl für das Personal als auch für die knappen finanziellen Budgets."

dpa

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