Gesundheit

Corona-Kabinett beschließt Teil-Lockdown für Hessen

Volker Bouffier (CDU) hantiert mit seiner Mund-Nasen-Bedeckung.

Volker Bouffier (CDU) hantiert mit seiner Mund-Nasen-Bedeckung.

Wiesbaden. Im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie geht Hessen kommende Woche in einen Teil-Lockdown. Das beschloss das Corona-Kabinett der Landesregierung am Donnerstag in Wiesbaden, nachdem sich am Vortag bereits Bund und Länder auf strengere Regeln geeinigt hatten. Die neuen Vorgaben sollen zunächst für den gesamten November gelten. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bat die Menschen eindringlich um Verständnis für die Einschränkungen.

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Dazu zählen deutliche Kontaktbeschränkungen für die Bevölkerung in der Öffentlichkeit und eine weitgehende Schließung von Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern oder Konzerthäuser. Auch Restaurants müssen schließen und dürfen nur noch Speisen liefern oder zum Abholen anbieten. Einzelhandel, Schulen und Kitas sollen grundsätzlich geöffnet bleiben.

"Diese Corona-Pandemie ist eine Zumutung für jeden persönlich, für unser gesellschaftliches Leben, für unseren sozialen Zusammenhalt und auch ökonomisch für viele", sagte Bouffier. Er könne deshalb die Enttäuschung bei vielen Menschen und die Proteste gegen die Maßnahmen verstehen. Die verschärften Regeln dienten jedoch der Vermeidung eines nationalen Gesundheitsnotstandes.

Im Vergleich zu allen europäischen Nachbarländern seien die deutschen Regeln "sehr maßvoll", sagte Bouffier. "Und ich hoffe, dass wir dabei bleiben können." In Nachbarländern von Deutschland gebe es viel härtere Vorgaben wie Ausgangssperren und Schulschließungen. "Genau das wollen wir auf Dauer verhindern." Mit den strengeren Corona-Regeln gehe es auch darum, dass weiter alle Covid-19-Patienten ausreichend versorgt werden können.

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Es gebe weiter ein stark steigendes Infektionsgeschehen. Diese Infektionszahlen könnten nur zurückgedrängt werden, wenn die Kontakte auf das unumgänglich Notwendige reduziert werden. "Das ist die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen", sagte Bouffier. Bei 75 Prozent der Infektionen könne mittlerweile nicht mehr erklärt werden, wo diese herkommen.

"Diese Tage sind Schlüsseltage im Kampf gegen dieses Virus und diese Pandemie", betonte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Daher habe sich das Land für die teils drastischen Maßnahmen entschieden. Er verwies darauf, dass mit steigenden Infektionszahlen auch die Bettenbelegung in den Krankenhäusern anwachse. Derzeit lägen 1098 Covid-19-Patienten in einer Klinik.

Unter anderem ist der Aufenthalt in der Öffentlichkeit in Hessen ab 2. November nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet, höchstens jedoch mit zehn Personen. Private Veranstaltungen außerhalb der eigenen Wohnung sind untersagt. Ab der Klasse 5 gilt an hessischen Schulen künftig eine Maskenpflicht auch im Unterricht - bislang galt dies grundsätzlich nur außerhalb des Klassenzimmers.

dpa

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