Prozesse

Tötung eines Paares: Haftstrafe für Vater und Sohn

Eine Figur der blinden Justitia.

Eine Figur der blinden Justitia.

Frankfurt/Main. Wegen der Tötung eines Ehepaares auf einem Reiterhof hat das Landgericht Frankfurt einen Vater und seinen Sohn zu jeweils zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Richter gingen am Dienstag von Totschlag aus. Es war bereits das dritte Urteil in dem Fall. Nach der Verkündung wurden die beiden deutschen Angeklagten im Gerichtssaal festgenommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig - so könnte sich erneut der Bundesgerichtshof (BGH) mit der Sache befassen.

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Die beiden 36 und 66 Jahre alten Männer hatten im Juni 2014 ein Ehepaar im Streit um Mietschulden auf einem Reiterhof in Maintal-Dörnigheim (Main-Kinzig-Kreis) getötet. Zunächst tötete der Sohn den 57 Jahre alten Ehemann mit 20 Messerstichen, danach wurde die gleichaltrige Ehefrau von dem Vater erschossen.

Es ist die erste Verurteilung der beiden wegen der Tat. In den ersten beiden Prozessen waren die Angeklagten noch vom Landgericht Hanau freigesprochen worden. Der BGH hob die Freisprüche später jeweils wieder auf. Der dritte Prozess wurde vom BGH nach Frankfurt verwiesen.

Diesmal ging die Schwurgerichtskammer nicht mehr - wie die Richter der ersten beiden Verfahren - von einer Notwehrsituation aus. Dafür gebe es zu viele Widersprüche. Vor allem das sogenannte Nachtatverhalten der Angeklagten spreche gegen die Notwehr. Statt den Tatort und Beweismittel zu sichern, seien die beiden Leichen vergraben und deren Auto auf einem Supermarkt-Parkplatz abgestellt worden. Bei der Polizei hatten die Angeklagten zunächst überhaupt keine Aussagen gemacht. Die Notwehrvariante sei erst später ins Spiel gebracht worden. Dies sei kaum nachvollziehbar, so der Vorsitzende Richter.

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Laut zahlreicher Zeugenaussagen neigte der getötete Ehemann zwar zu verbalen Attacken, nicht aber zu körperlicher Gewalt. Der angeklagte Vater hatte vor Gericht behauptet, von den Eheleuten mit einem Beil und einem Messer bedroht worden zu sein.

Die Staatsanwaltschaft war in ihrem Schlussvortrag bei der Tötung der Ehefrau von einem Verdeckungsmord ausgegangen und hatte deshalb lebenslange Haft für den Vater beantragt. Der Sohn sollte nach den Vorstellungen des Anklagevertreters wegen Totschlags elf Jahre ins Gefängnis. Das Gericht verurteilte allerdings auch den Vater lediglich wegen Totschlags. Mordmerkmale seien in Anbetracht des unklaren Geschehensablaufs nicht sicher festzustellen. Die Rechtsanwälte der als Nebenkläger im Prozess vertretenen Angehörigen der Opfer wollten für beide Angeklagten lebenslange Haft, die Verteidiger zwei Freisprüche vom Tötungsvorwurf.

Strafmildernd wertete das Gericht die fehlenden Vorstrafen sowie die Haftempfindlichkeit des gesundheitlich beeinträchtigten Vaters.

© dpa-infocom, dpa:210713-99-364193/4

dpa

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