Prozesse

BGH bestätigt lebenslange Haftstrafe im Mordfall Susanna

Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer.

Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer.

Karlsruhe/Wiesbaden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die lebenslange Haftstrafe für Ali B. wegen der Ermordung und Vergewaltigung der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz bestätigt. Der BGH verwarf die Revision gegen das Urteil des Wiesbadener Landgerichts als unbegründet. Damit sei die Entscheidung vom Juli vergangenen Jahres rechtskräftig, teilte der Bundesgerichtshof am Dienstag in Karlsruhe mit. (2 StR 25/20).

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Das Wiesbadener Landgericht hatte den zur Tatzeit 21 Jahre alten Angeklagten wegen Mordes und Vergewaltigung von Susanna sowie wegen weiterer schwerer Delikte zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt. Es wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit für den irakischen Flüchtling so gut wie ausgeschlossen. In ihrem Urteil sprach sich die Kammer zudem mit Vorbehalt für eine Sicherungsverwahrung aus.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass Ali B. das 14-jährige Mädchen nachts im April 2018 in Wiesbaden erst vergewaltigte und dann erwürgte, um sie so an einer Strafanzeige zu hindern. Nach der Tat floh Ali B. in den Irak, wo er von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen, an Beamte der Bundespolizei übergeben und anschließend nach Deutschland rückgeführt wurde. Die Leiche des Mädchens war am 6. Juni 2018 in einem Erdloch in der Nähe von Bahngleisen in Wiesbaden gefunden worden.

Der Vorsitzende Richter hatte Ali B. in seiner Urteilsbegründung als "hochgefährlich" bezeichnet. Während des monatelangen Verfahrens habe er kein ernstzunehmendes Wort des Bedauerns geäußert und weder Reue noch Mitgefühl gezeigt. In einem weiteren Verfahren wurde Ali B. zudem wegen der Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs eines elfjährigen Mädchens zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten vom Wiesbadener Landgericht verurteilt. In diesem Fall läuft die Revision nach Angaben eines Gerichtssprechers noch.

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Die Anwälte des irakischen Flüchtlings hatten das Einlegen der Revision gegen die lebenslange Haftstrafe unter anderem mit einem Verfahrenshindernis wegen seiner Rückführung aus dem Irak begründet. Zudem wandten sie sich nach Angaben des BGH mit Verfahrensbeanstandungen und einer Sachrüge gegen seine Verurteilung.

dpa

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