Naturschutz

Bienenvolk ist im Frankfurter Zoo eingezogen

Der Kopf einer Bienendrohne ist zu sehen, wie diese gerade aus einer Wabe schlüpft.

Der Kopf einer Bienendrohne ist zu sehen, wie diese gerade aus einer Wabe schlüpft.

Frankfurt/Main/Wetzlar/Kronberg. Diese Wildtiere versorgen sich im Frankfurter Zoo selbst: Vor gut zwei Wochen ist auf der Streuobstwiese des Zoos ein Bienenvolk einlogiert worden. "Uns geht es hier im Zoo nicht um die Honiggewinnung, sondern um eine naturnahe Bienenhaltung und um eine Sensibilisierung unserer Besucherinnen und Besucher für so wichtige Themen wie den Wert der Biodiversität", sagte Zoodirektor Miguel Casares am Donnerstag bei der Vorstellung der etwa 30 000 neuen Zoobewohner, deren Zuhause einem ausgehöhlten Baumstamm nachempfunden ist.

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Betreut wird das Bienenvolk von der "Bienenbotschaft" aus Karben im Wetteraukreis. "Seit Jahren gehen viele Naturschwärme zugrunde, weil sie in der Natur keine geeigneten Nistplätze mehr vorfinden", sagte Imker und Bienenbotschafter Antonio Gurlaccio. Aus Sicherheitsgründen würden gerade alte Bäume mit Höhlen gefällt, die Vögeln, wildlebenden Honigbienen und anderen Insekten geeignete Rückzugsräume bieten. "Ohne eine schützende Behausung kann ein Bienenvolk in unseren Breiten aber nicht überleben", sagte Gurlaccio über die Arbeit der Initiative aus der Wetterau. "Unser Ziel ist es daher, schwärmenden Honigbienen natürliche Nistplätze für ein wesensgemäßes Zuhause in Frankfurt und Umgebung zu bieten."

Noch ist das Bienenvolk ganz besucherfrei unter sich auf der Streuobstwiese im Südosten des Zooareals: "Solange die Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie aufrechterhalten bleiben müssen, ist das Areal wegen der Nähe zu den Menschenaffen leider noch abgesperrt", sagte Casares. Er hoffe aber, dass sich das im Laufe des Sommers noch ändere und Besucher die Bienenwiese in Augenschein nehmen können. Angst vor den Bienen müsse niemand haben: "Das Areal ist eingezäunt und nur bei Veranstaltungen zugänglich und die Bienen sind ausgesprochen friedlich."

Mark Harthun, Leiter für Naturschutz bei der Naturschutzorganisation Nabu Hessen, begrüßte den Einzug des Bienenschwarms im Frankfurter Zoo "vor allem aus umweltpädagogischen Gründen". Das sei eine gute Möglichkeit, mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren - nicht nur, wenn es um Honigbienen geht. "Wildbienen sind mindestens genauso wichtig für das Ökosystem", betonte er. Für Wildbienen seien aber beispielsweise Bienenstöcke auf städtischen Gebäuden keine Lösung. "Aber es hilft ja auch, das Thema bekannter zu machen", sagte Harthun über den Schutz von bestäubenden Insekten. Wichtig sei jedoch insbesondere ein "neues Denken in der Landwirtschaft" etwa mit Verzicht auf Pestizide und Streifen, auf denen Insekten gute Nahrungsbedingungen etwa bei Wildblumen finden.

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Der Frankfurter Zoo ist beim Thema Bienenschutz nicht allein: Vor zwei Jahren richtete bereits der Opel-Zoo in Kronberg Bienenweiden ein. Zuvor hatte bereits ein Imker auf dem weitläufigen Gelände außerhalb des Besucherbereichs mehrere Bienenvölker platziert.

dpa

OP

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