Energie

König: Endlagerung für hochradioaktive Abfälle ab 2050

Wolfram König.

Wolfram König.

Saarbrücken. Auf der Suche nach einem atomaren Endlager in Deutschland soll es im dritten Quartal 2020 erste Ergebnisse geben. Das sagte der Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), Wolfram König, am Dienstag anlässlich einer Informationsveranstaltung in Saarbrücken der Deutschen Presse-Agentur. Ein vom Bund mit der Endlagersuche beauftragtes Unternehmen, die Bundesgesellschaft für Endlagerung, habe dann einen Zwischenbericht angekündigt.

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Der Bund will bis 2031 einen geeigneten Ort für hochradioaktiven Atommüll finden. Dieses zeitliche Ziel sei "ehrgeizig", sagte König. "Es ist aber gleichzeitig klar, dass wir gut beraten sind, die Suche möglichst zügig mit einem dauerhaft sicheren Endlagerstandort abzuschließen." Die jetzige Lagerung der "hochgefährlichen radioaktiven Abfälle" in oberirdischen Hallen könne "keine dauerhafte Sicherheit gewährleisten".

Nach einer Standort-Entscheidung durch den Bundestag würden ein Genehmigungsverfahren "mit den strengen Vorgaben des Atomgesetzes" und dann der Bau des Bergwerks folgen. "Eine Endlagerung für hochradioaktive Abfälle wäre nach absehbaren Abläufen gegen 2050 in Deutschland möglich", sagte König.

Um den Prozess der Endlagersuche auch für die Bürger transparent zu gestalten, setzt das Bundesamt auf Info-Veranstaltungen in den Landeshauptstädten. Nach Saarbrücken schließt die Reihe am (morgigen) Mittwoch in Wiesbaden ab.

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Die Diskussionen der im April gestarteten Tour seien "sehr sachlich verlaufen" und "vielfach von einer Unvoreingenommenheit geprägt" gewesen, sagte der BfE-Präsident. "Aber machen wir uns nichts vor. Die eigentliche öffentliche Auseinandersetzung wird mit der Nennung von Orten zur weiteren Erkundung beginnen." Wichtig sei König gewesen, "dass das Auswahlverfahren bis dahin von Transparenz und Fairness geprägt ist".

Die Reihe habe viele Menschen erreicht, sagte er. In Bundesländern wie Niedersachsen, wo das Thema Endlagerung mit Gorleben, Asse und Konrad wesentlich präsenter sei, seien mehr Besucher gekommen als in anderen Ländern. "Ich nehme auch wahr, dass das Thema Endlagerung mit dem Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie für viele als abgehakt gilt und das Interesse derzeit eher gering ist", erklärte der 61-Jährige.

Grundsätzlich gelte bei der Endlager-Suche: "keine Vorfestlegungen für oder gegen irgendeine Region in Deutschland". In der ersten Runde würden aber beispielsweise Orte ausscheiden mit Schädigungen des tiefen Untergrundes, Erdbebengebiete oder Regionen ohne ausreichend sichere Gesteinsschichten. Und: Alte Bergwerke kämen grundsätzlich nicht für die Endlagerung atomarer Abfälle in Betracht, sagte er.

dpa

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