Verbände

Auch Awo Wiesbaden setzt Kreiskonferenz an

Wiesbaden/Frankfurt/Main. Nur wenige Tage nach dem Krisentreffen des Kreisverbands Frankfurt hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Wiesbaden eine außerordentliche Kreiskonferenz angesetzt. "Diese Konferenz wollen wir nutzen, um einen neuen Vorstand zu wählen und uns intern über die aktuelle Situation auszutauschen", kündigte ein Awo-Sprecher am Montag über das Treffen an diesem Mittwoch an. Da die Mitglieder die Möglichkeit haben sollen, "sich losgelöst von der öffentlichen Debatte zu beraten", werde die Konferenz nur für die Delegierten und Mitglieder zugänglich sein, hieß es.

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Die Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden stehen gegenwärtig im Mittelpunkt einer schweren Vertrauenskrise und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Auch der Awo Bundesverband hatte ungewöhnliche Gehaltsstrukturen und personelle Verflechtungen zwischen den beiden Verbänden kritisiert, die eine effektive Kontrolle erschwerten oder gar unmöglich gemacht hätten. In der vergangenen Woche war ein Prüfteam des Bundesverbands beim Wiesbadener Kreisverband gewesen. In Frankfurt waren die Prüfer bereits im Dezember gewesen.

Auf der ebenfalls nichtöffentlichen Frankfurter Kreiskonferenz war am Samstag vereinbart worden, dass auf einer weiteren Kreiskonferenz am 15. Februar ein neues Präsidium gewählt werden soll. Aus formalrechtlichen Gründen war dies am Samstag noch nicht möglich gewesen.

Der Awo-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler, der als Gast zu der Frankfurter Konferenz gekommen war, zeigte sich anschließend optimistisch: "Wer diese Stimmung erlebt hat, der weiß, dass wir ganz wichtige Schritte nach vorne gemacht haben, um wirklich zu einer kompletten Aufklärung zu kommen und auch alle diejenigen, die dafür verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen", sagte er. Die "Selbstreinigungskräfte" wirkten.

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Yanki Pürsün, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im hessischen Landtag, zeigte sich hingegen skeptisch. Die Awo habe "eine weitere Chance für einen Neuanfang verpasst", sagte er. "Zu viele, die die Privilegien verteidigen und die Verfehlungen nicht zugeben, sind noch zugegen."

dpa

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