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UNIversum "Von Tutorien profitieren alle"
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19:39 26.01.2014
Die Erziehungswissenschaftlerin Susanne Lin-Kitzling (rechts) spricht zu einer Gruppe in der Lern- und Forschungswerkstatt des Instituts für Schulpädagogik.
Die Erziehungswissenschaftlerin Susanne Lin-Kitzling (rechts) spricht zu einer Gruppe in der Lern- und Forschungswerkstatt des Instituts für Schulpädagogik. Quelle: Dennis Siepmann
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SMS – diese Abkürzung steht bei Susanne Lin-Kitzling nicht etwa für mobile Kurznachrichten. „Selbstbestimmungsfähigkeit, Mitverantwortungsfähigkeit, Solidaritätsfähigkeit“ lauten die Säulen ihres Konzepts für eine gute Ausbildung der Studierenden.
Um die Lehre in allen Fachbereichen der Universität zu verbessern und einen gegenseitigen Austausch anzuregen, rief sie daher vor drei Jahren das Lehr-Lern-Kolloquium am Fachbereich Erziehungswissenschaften ins Leben.

An drei „Impulsabenden“ mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten jeweils im Wintersemester werden Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter eingeladen, sich über die Lehre zu unterhalten und sich „gegenseitig Impulse zu geben“.

Einer der Schwerpunkte im laufenden Semester war dabei die Arbeit mit studentischen Tutoren.„Ich persönlich habe immer schon hohen Wert darauf gelegt, dass meine Veranstaltungen durch Tutorien begleitet werden“, denn durch den Einbau von Tutorien in den Lehrplan „profitieren letztlich alle“, findet Lin-Kitzling.

Der Dozent könne dadurch etwas von seiner Arbeit abgeben und erhalte Feedback darüber, wie gut der von ihm vermittelte Lernstoff bei seinen Studenten angekommen sei. Der Tutor wiederum erhalte nicht nur Geld für seine Tätigkeit, sondern könne dabei selbst den Stoff noch einmal wiederholen und zum Experten auf einem bestimmten Gebiet werden.

Lernen in kleinen Gruppen

Zudem habe er nicht selten „einen Fuß in der Tür“, wenn es um die Besetzung von wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen gehe. Aber nicht zuletzt die Studierenden profitierten. Sie erhielten die Möglichkeit in kleineren Gruppen zu arbeiten, was gerade angesichts der aktuellen Überfüllung der Hörsäle durch die hohen Studentenzahlen einen Vorteil darstelle. Zudem könnten sie Kontakte knüpfen und sich in einer Gruppe „fachlich sozialisieren“. Lin-Kitzling zeigt sich daher erfreut, dass die Uni infolge des großen Ansturms in diesem Semester extra Gelder für Tutorien in allen Fachbereichen zur Verfügung stellte. „Es wäre schön, das so zu erhalten“, sagt sie.

Doch allein mit dem Geld sei es noch nicht getan. Die Tutoren müssten auch entsprechend geschult werden, um die richtigen Inhalte mit der richtigen Methodik zu vermitteln. Dementsprechend müsse man sie unter einem Mentoringaspekt, der die richtige Gestaltung einer Stunde beinhaltet, und einem Fachaspekt, bei dem es um die Inhalte geht, ausbilden. Im Idealfall, so Lin-Kitzling, laufe es dann später so, dass die älteren Tutoren ihrerseits jüngere Kollegen anlernen.

Wichtig sei jedoch auch, dass es in jedem Fach unterschiedliche Anforderungen gebe. „In der Medizin benötigt man wahrscheinlich viel Input von vorne, während es in den Geisteswissenschaften eher darum geht, über gewisse Dinge zu diskutieren“, so die Erziehungswissenschaftlerin. Entscheidend sei daher, „dass Lehrende sich die Anforderungen an ihre Tutoren klarmachen“.

Workshop im September

An diesem Mittwoch findet um 18.30 Uhr der letzte Impulsabend dieses Semesters in der Lern- und Forschungswerkstatt des Instituts für Schulpädagogik, Pilgrimstein 2, statt. Thema des Abends ist „Open access – Chance oder Risiko für die Wissenschaft?“.
Zusätzlich veranstaltet das Institut einen jährlichen Workshop im September. Kontinuierliche Schulungen und Kurse im Bereich Tutoring bietet zudem das Hochschuldidaktische Netzwerk Mittelhessen
(HDM) an.

von Peter Gassner