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Rassismus im Landkreis Was bedeutet eigentlich Rassismus?
Was bedeutet eigentlich Rassismus?
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11:55 09.06.2020
Nadia Asiamah ist die Initiatorin der Stuttgarter "Silent Demo", einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt. Auch in Deutschland gibt es täglich Rassismus. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
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Washington, London, Berlin, Marburg: Seit der Afro-Amerikaner Georg Floyd in Minneapolis in den USA bei einem Polizeieinsatz brutal zu Tode kam, gehen regelmäßig Tausende Menschen auf die Straße und protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt. Auch wenn die Situation in den USA eine andere ist als bei uns in Deutschland, ist Rassismus und Diskriminierung ein weltweites Phänomen.

Was bedeutet eigentlich Rassismus?

Rassismus ist laut Definition eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale – zum Beispiel Hautfarbe, Religion oder Herkunft –  als "Rasse" kategorisiert und beurteilt, zumeist abgewertet, und damit diskriminiert werden. 

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Wie äußert sich Rassismus?

Man spricht zwar heute nicht mehr von "Menschenrassen", dennoch gibt nach wie vor Rassismus im Denken und Tun. Unabhängig von seiner Herkunft kann jeder Mensch von Rassismus betroffen sein. Etwa, wenn eine Gruppe Menschen andere Menschen aufgrund bestimmter Merkmale (Hautfarbe, Sprache, Religion, kultureller Bräuche, etc) ausgrenzt oder abwertet. Der institutionelle Rassismus verweigert darüber hinaus bestimmten Gruppen Vorteile und Leistungen. 

Eine Erscheinungsform des Rassismus ist Fremdenfeindlichkeit. 

Wie sehen die Zahlen für Deutschland aus?

Die Zahl der gemeldeten Diskriminierungsfälle in Deutschland steigt weiter. Das gilt insbesondere für rassistische Diskriminierung, wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Berlin in ihrem Jahresbericht 2019 veröffentlicht hat. Die Beratungsanfragen zu Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft stiegen im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge um knapp zehn Prozent auf 1176 Fälle oder 33 Prozent aller Anfragen bei der unabhängigen Stelle. Im Jahr 2016 habe ihr Anteil bei 25 Prozent gelegen.

Laut der "Mitte"-Studie - einer regelmäßigen Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung zur antidemokratische Einstellungen in der deutschen Bevölkerung -  sind knapp 8 Prozent der befragten Deutschen der Ansicht: „Eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen“. Fast jeder Zehnte der Befragten stimmt inzwischen der Aussage zu: „Es gibt wertvolles und unwertes Leben." 

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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