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Mir schwätze platt Zwischen Gestern und Morgen
Zwischen Gestern und Morgen
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15:08 26.03.2010
Der Morgen zeigt sich oft mit schönstem Morgenrot. Foto: www.pixelio.de
Der Morgen zeigt sich oft mit schönstem Morgenrot. Foto: www.pixelio.de Quelle: Susann Gneckow
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Marburg. "Etzdern" ist eines der Wörter aus dem Dialekt, die im Hochdeutschen keine echte Entsprechung haben. "Etzdern", das ist länger her als gestern, aber noch nicht so lange wie vorige Woche. "Vor einigen Tagen" ist die korrekte Bedeutung, aber die wörtliche Übersetzung "jetzt hin", vom Jetzt nach hinten geschaut, ist nicht gebräuchlich. Monika Friedrich aus Rauschenberg hat den Begriff eingeschickt - und betont, dass sie Platt in Speckswinkel gelernt hat. klingt fast etwas exotisch und bedeutet "vor einigen Tagen".

Genauso wenig kennt der Hochdeutsche den Ausdruck "moann-se-morjed" oder "moann-se-morched", der Joachim Schmidt aus Roßberg während seiner Lehrzeit noch ins Hochdeutsche hineinfunkte. Dieses Phänomen kennen viele Platt-Sprecher. Man schaltet vom Dialekt ins Hochdeutsche um und vergisst dabei manchmal, dass sich eben nicht alles wörtlich übersetzen lässt. So antwortete Joachim Schmidt schon einmal während seiner Lehre, im Alter von 15 Jahren, auf die Frage, ob er eine Arbeit am nächsten Tag vollständig ausführen könne: "Ja, kein Problem, die Arbeit mache ich dann moann-se-morched fertig." Die hochdeutsche Wendung "Morgen früh" war ihm durchaus geläufig, aber beim Umschalten hatte er sie einfach vergessen. Während der Dialektausdruck doch stark wie eine Dopplung aus "morgen" und "morgen" klingt, umgeht das Hochdeutsche diesen Fallstrick einfach, indem für den Vormittag das Wort "früh" anstatt "Morgen" gebraucht wird.

von Gabriele Neumann