Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Landratswahl 2022 Am 15. Mai haben Sie die Wahl
Themen Specials Landratswahl 2022 Am 15. Mai haben Sie die Wahl
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 06.04.2022
 Das sind die Kandidaten: 1 Jens Womelsdorf (SPD), 2 Marian Zachow (CDU), 3 Anna Hofmann (Die Linke), 4 Thomas Riedel, 5 (FDP), 6 Sabine Kranz (Freie Wähler), 7 Carola Carius (Bündnis 90 / Die Grünen), 8  Dr. Frank Michler (Bürgerliste Weiterdenken).
Das sind die Kandidaten: 1 Jens Womelsdorf (SPD), 2 Marian Zachow (CDU), 3 Anna Hofmann (Die Linke), 4 Thomas Riedel, 5 (FDP), 6 Sabine Kranz (Freie Wähler), 7 Carola Carius (Bündnis 90 / Die Grünen), 8  Dr. Frank Michler (Bürgerliste Weiterdenken).
Anzeige
Marburg

Noch 38 Tage – dann wählen die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises einen neuen Landrat beziehungsweise eine neue Landrätin für Marburg-Biedenkopf. Ab heute starten wir unserer Berichterstattung – damit Sie am 15. Mai die für Sie richtige Wahl treffen. Los geht’s mit Wissenswertem rund um die Wahl.

Was macht eine Landrätin beziehungsweise ein Landrat?

In einem Landkreis gibt es laut Hessischer Landkreisordnung im Wesentlichen zwei Organe: den Kreistag und den Kreisausschuss. Der Kreistag ist das gewählte Parlament, das Entscheidungen trifft und die gesamte Verwaltung überwacht. Der Kreisausschuss kümmert sich um die laufende Verwaltung.

Der Landrat ist der Vorsitzende des Kreisausschusses. Neben ihm gibt es im Landkreis Marburg-Biedenkopf noch einen hauptamtlichen Ersten und weitere ehrenamtliche Kreisbeigeordnete. Der Landrat leitet damit die Kreisverwaltung und vertritt den Landkreis nach außen. Die Aufgaben des Landrats reichen also quasi von der Einbringung des Haushalts über den Spatenstich für eine neue Straße bis zur Scheckübergabe bei einem Vereinsjubiläum.

Das waren die bisherigen Landräte

Was verdient ein Landrat?

In Hessen richtet sich das Gehalt eines Landrats nach der Einwohnerzahl. Landräte von Landkreisen mit mehr als 150 000 Einwohnern werden der Besoldungsgruppe B 7 zugeordnet. Das entspricht aktuell etwas mehr als 10 000 Euro brutto im Monat. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf leben etwa 245 000 Menschen.

Wann ist die Wahl?

Gewählt wird am Sonntag, 15. Mai. Sollte keine Kandidatin oder kein Kandidat eine absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, findet eine Stichwahl statt. Die beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erzielten, stehen dann am 29. Mai gegeneinander zur Wahl.

Wann sind die Wahllokale geöffnet?

Am Wahltag können die Wählerinnen und Wähler von 8 bis 18 Uhr in den Wahllokalen wählen.

Mehr zum Thema

Alle Artikel rund um die Landratswahl 2022 sammeln wir für Sie in unserem Themenspecial unter www.op-marburg.de/landratswahl

Für wie lange wird der Landrat gewählt?

Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Wie wird gewählt?

Auf dem Wahlzettel steht eine Liste aus sieben Kandidatinnen und Kandidaten. Jeder beziehungsweise jede Wahlberechtigte hat eine Stimme.

Wie hoch ist normalerweise die Wahlbeteiligung?

Die Wahlbeteiligung bei Landratswahlen liegt traditionell niedriger als etwa bei Bürgermeister- oder Bundestagswahlen. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2019 gaben 34,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme ab. 2013 waren es 36,4. Bei der anschließenden Stichwahl zwischen der späteren Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und dem späteren Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow (CDU) gingen allerdings 64 Prozent der Wählerinnen und Wähler an die Urne. 2007 hingegen stimmte nicht einmal jeder Dritte ab, die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 30,8 Prozent.

Wer ist wahlberechtigt?

Wahlberechtigt sind alle Deutschen und alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger mit Wohnsitz in der Bundesrepublik, die am Wahltag 18 Jahre alt sind und seit mindestens sechs Wochen im Landkreis ihren Wohnsitz haben.

Mehr zum Thema

Was sind eigentlich die Aufgaben des Landkreises? Wir stellen es exemplarisch vor: Das macht der Landkreis

Wie kann ich Briefwahl beantragen?

Wer am Wahltag nicht in seinem Wahllokal wählen kann oder das nicht möchte, kann Briefwahl beantragen. Dafür benötigt der- oder diejenige die Wahlbenachrichtigung, die bis spätestens dem 21. Tag vor der Wahl im eigenen Briefkasten gelandet sein muss. Anschließend kann man den Wahlschein beziehungsweise die Briefwahlunterlagen beim Wahlamt beantragen – bis zwei Tage vor der Wahl, 13 Uhr. Die roten Wahlbriefe müssen spätestens am Wahltag um 18 Uhr im Wahlamt eingegangen sein. Die Briefwahlunterlagen können auch persönlich im Wahlamt abgeholt werden. Wählerinnen und Wähler haben dann auch die Möglichkeit, schon direkt vor Ort zu wählen.

Kann ich auch für andere Menschen, zum Beispiel ältere Angehörige, Briefwahl beantragen?

Ja. Wer eine schriftliche Vollmacht besitzt, kann auch für eine andere Person Briefwahlunterlagen beantragen oder abholen.

Was mache ich, wenn ich am Wahltag krank bin?

Wahlberechtigte, die wegen nachgewiesener plötzlicher Erkrankung den Wahlraum nicht oder nur unter nicht zumutbaren Schwierigkeiten aufsuchen können, haben die Möglichkeit, einen Wahlschein noch am Wahltag, bis 15 Uhr zu beantragen. Daher hat das Wahlamt auch am Wahltag von 7.30 bis 15 Uhr und am Samstag vor der Wahl von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

Von Tobias Kunz

Editorial

von Carsten Beckmann

Seien wir ehrlich: Es ist eine Wahl, die zu diesem Zeitpunkt niemand gewollt hat. Der Tod der erst 2019 wiedergewählten Landrätin Kirsten Fründt stellte Marburg-Biedenkopf vor die Notwendigkeit, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die Spitze der Kreisverwaltung zu finden. Am 15. Mai sind die Wahlberechtigten aufgerufen, zu entscheiden, wer die Arbeit Kirsten Fründts fortsetzen soll – eine schwierige Entscheidung angesichts der unbestritten großen Verdienste der Sozialdemokratin.

Eine schwierige Entscheidung für Wählerinnen und Wähler, aber auch für die Parteien: Wen ins Rennen schicken? Ausgewiesene Experten in möglichst vielen Politikfeldern? Bekannte, öffentlichkeitswirksame Gesichter? Kreistagsprofis? Unverbrauchte Neulinge? Das Tableau der sieben Kandidatinnen und Kandidaten lässt nicht in jedem Fall genau erkennen, welches Kalkül hinter den Nominierungen gesteckt haben mag.

Doch wie immer dem auch sei: Vor diesem Siebener-Feld liegt ein Wahlkampf, der in Zeiten fällt, in denen sich das öffentliche Interesse eher auf den Krieg in der Ukraine sowie die Coronapandemie richtet. Es dürfte nicht leicht werden, in diesem Klima herauszuarbeiten, warum der Gang zur Wahlurne für die Lebenswirklichkeit aller Menschen in Marburg-Biedenkopf wichtig ist. An welcher Stelle der Wahlkampf konfrontativ wird, müssen die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Eines jedoch sollte alle einen, die ihren Hut in den Ring geworfen haben: der gemeinsame Appell an die Wählerinnen und Wähler, den 15. Mai sowie den möglichen Stichwahltermin zwei Wochen später nicht ohne Stimmabgabe verstreichen zu lassen. Zu wünschen wäre dem neuen Landrat oder der neuen Landrätin eine möglichst hohe Wahlbeteiligung und ein möglichst eindeutiges Ergebnis. Denn es geht dieses Mal nicht um einen bloßen Amtswechsel, sondern um eine Zäsur.