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Landratswahl 2022 Marian Zachow setzt auf seine Erfahrungen
Themen Specials Landratswahl 2022 Marian Zachow setzt auf seine Erfahrungen
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11:30 27.04.2022
Marian Zachow (CDU) im OP-Interview.
Marian Zachow (CDU) im OP-Interview. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Marian Zachow ist der Landratskandidat der CDU für die Landratswahl am 15. Mai.

Herr Zachow, Sie wissen sehr genau, was von einem Landrat verlangt wird, weil Sie notgedrungen seit längerer Zeit diese Arbeit als Erster Kreisbeigeordneter mit erledigen.

Ich wünschte, es wäre nicht so. Noch immer leben und arbeiten wir im Kreishaus unter dem Eindruck, in Kirsten Fründt unwiederbringlich eine einmalige Landrätin verloren zu haben. Wir haben uns immer als Führungs-Tandem verstanden und zu zweit das erfolgreich gestemmt, wofür anderswo vier Hauptamtliche benötigt werden. Ich hätte mir nichts mehr gewünscht, als weitere Jahre mit Kirsten Fründt zusammen zu arbeiten. Dass die Verwaltung trotz Corona und auch trotz der tiefen Trauer über Kirstens Fründt Tod so gut gelaufen ist, haben wir den hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken, die Großartiges leisten. Es fällt schwer unter den gegebenen Umständen, aber jetzt möchte ich die Wahl auch gewinnen und meine Erfahrung aus dem Krisenmanagement nicht nur der letzten Jahre zur Verfügung stellen.

Das beschlossene 160-Millionen-Investitionspaket hat schon viel festgelegt. Was muss noch angegangen werden?

Auch ein 160-Millionen-Paket kann nicht alles lösen, aber es bringt uns deutlich voran. Wir renovieren nicht nur die Schulen, wir digitalisieren sie, bringen in jeden Klassenraum verlässliches WLAN. Bis 2028 können wir sagen, dass auch jeder Haushalt im Landkreis die Möglichkeit besitzt, ans Glasfasernetz anzuschließen. Nicht nur aus aktuellem Anlass werden auch Investitionen in den Katastrophenschutz und Zivilschutz wichtig sein. Dazu müssen wir künftig mehr Geld in die Hand nehmen, auch weil dort überwiegend ehrenamtliche Menschen aktiv sind, und für diese brauchen wir gute Rahmenbedingungen, attraktive Stützpunkte, Schulungs- und Übungsmöglichkeiten. Aktuell müssen wir auch die Themen Mobilität und Klimaschutz voranbringen. Sie wissen, Mobilität ist ein Steckenpferd von mir, da gibt es viele Ideen und ich denke gerne weit voraus und möchte, dass jetzt die Weichen richtig gestellt werden.

Wenn Sie sich so ausdrücken, wollen Sie die Bahn ins Spiel bringen.

Ganz richtig. Die Reaktivierung der Ohmtalbahn und auch der Salzbödebahn sind zwei Mosaiksteine für ein ganzheitliches modernes und nachhaltiges Verkehrskonzept. Es muss uns gelingen, durch attraktive und leicht verständliche Angebote dafür zu sorgen, dass Menschen von sich aus immer häufiger auf Busse und mehr noch auf die Bahn umsteigen. Das gilt auch für den ländlichen Raum. Sicher wird man dort immer ein Auto benötigen, aber wenn es uns gelingt, für gute Verbindungen zu sorgen, einen gewissen Komfort an den Haltestellen und Bahnhöfen anzubieten – etwa Ladestationen für E-Bikes, mit denen man gekommen ist und abends nach Hause fährt –, dann können wir sehr viel CO2 einsparen. Gerne bin ich auch bereit, Wasserstoff-Lösungen im Landkreis zu fördern. Da stecken wir noch in den Kinderschuhen, müssen aber Signale setzen. Wir halten daran fest, zwischen 2030 und 2040 klimaneutral zu werden.

Was schwebt Ihnen da vor?

Ein Mix an Lösungen. Photovoltaik im öffentlichen und privaten Bereich. Als Grünland genutzte landwirtschaftliche Flächen können auch mit Photovoltaik-Freiflächenanlagen ausgestattet werden, die senkrecht montiert werden. Beim neuen Thema Agriphotovoltaik lässt sich sicher viel in Zusammenarbeit mit Landwirten erreichen.

Was möchten Sie der Bevölkerung im ländlichen Raum noch sagen?

Wir müssen dazu kommen, dass jeder Ortskern Lebendigkeit ausstrahlt, verlässlich auch jedem Besucher gewisse Angebote macht, wie etwas freies WLAN nach dem Vorbild der Dorflinde. Alte, denkmalgeschützte Häuser müssen mit neuem Leben gefüllt werden, wobei man auch über die Denkmalagentur gesteuert Lösungen finden muss, dass auch mal ein Gebäude abgerissen werden darf, um andere zu retten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Auch will ich die Betreuungszeit beziehungsweise das Ganztagsangebot für Grundschul-Kinder von 15 auf 16 und 17 Uhr auszuweiten.

Persönliches

Name: Marian Zachow

Alter: 42

Familienstand: verheiratet, 2 Söhne (3 und 7 Jahre alt)

Geburtsort: Kassel

Wohnort: Stadtallendorf

Beruf: Erster Kreisbeigeordneter (& derzeit beurlaubter evangelischer Pfarrer)

Digitaler Wahlkampf:

https://www.facebook.com/landratskandidat.zachow

https://www.instagram.com/landratskandidat.zachow

https://www.marian-zachow.de/

Lebensmotto: Neue große Nöte bedürfen neuer mutiger Gedanken. (Friedrich von Bodelschwingh)

Von Götz Schaub