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Landratswahl 2022 Carola Carius will etwas bewegen
Themen Specials Landratswahl 2022 Carola Carius will etwas bewegen
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11:30 27.04.2022
Carola Carius (Grüne) möchte Landrätin werden.
Carola Carius (Grüne) möchte Landrätin werden. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Carola Carius ist die Kandidatin für Bündnis 90/Die Grünen für die Landratswahl am 15. Mai.

Frau Carius, Sie sind mit acht Geschwistern aufgewachsen, viele Menschen, Debatten und Trubel um sich herum gewohnt. Was für ein Typ Mensch sind Sie?

Ich bin sehr wissbegierig, tolerant und immer schon an Menschen interessiert. Meine Kindheit in der Großfamilie hat mich früh gelehrt, Verantwortung zu übernehmen und initiativ zu sein. Ich bin auch Kontroversen gewohnt und ein meinungsstarker Typ, aber auch jemand, der immer bereit ist, andere Meinungen zuzulassen und im Konfliktfall auf andere zuzugehen.

Sie sind Biologin, Landwirtin, Lebensmitteltechnologin und befassen sich im hessischen Wirtschaftsministerium mit klimafreundlicher Energiepolitik. Wo liegt da Ihr Schwerpunkt?

Ich befasse mich mit innovativen Energietechnologien und deren Förderung. Ein Schwerpunktthema ist die Nutzung der Geothermie, also der Erdwärme, beispielsweise zur klimafreundlichen Beheizung der Gebäude in Hessen. Als Landrätin würde ich mich auf jeden Fall für die Erdwärme, generell für die Wärmewende einsetzen, denn die kommt mir im Landkreis noch zu kurz.

Welche anderen Klima-Themen stehen für Sie im Fokus?

Alle Themen der Klimaanpassung sollten konsequent bearbeitet werden. Sei es durch bauliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz, sei es durch eine kluge Anpassung der Vegetation, ein stärkere Begrünung beispielsweise unserer Ortslagen, um die sommerliche Hitze durch mehr Grün zu reduzieren. Und wir müssen einen Mix aus erneuerbaren Energien nutzen. Dazu gehört auch die Windkraft und die Solarthermie, gerade da haben wir riesige Potenziale. In der Wasserkraft sehe ich die weniger. Wir haben ja keine Küste und keine großen Gewässer, deswegen wird die Wasserkraft in unserem Bereich eine interessante Nischentechnologie bleiben.

Erfahrung, Tatkraft und Miteinander – das ist Ihr Wahlkampfmotto. Was bedeutet das für Sie als mögliche Landrätin?

Ich habe einen vielseitigen Berufsweg, der mich durch unterschiedlichste Verwaltungsaufgaben auf verschiedenen Verwaltungsebenen geführt hat. Auch in der Familienarbeit und im Ehrenamt habe ich viel gelernt und erfahren. Für Tatkraft stehe ich wegen vieler Projekte, die ich mitgestaltet und verantwortlich mit umgesetzt habe, darunter der Dorfladen in Schönstadt. Miteinander bedeutet für mich, Beteiligte und Betroffene einzubeziehen. Es macht mir Freude, deren Wissen und Können zielorientiert zusammenzuführen.

Warum wollen Sie eigentlich Landrätin werden

Ich versuche, etwas zu bewegen, ich möchte sehr gerne in einer Position sein, in der man die Arbeit anderer leitet, würdigt und in eine gute Balance bringt. Ich möchte einmal diejenige sein, die darüber zu wachen hat, dass „der Laden“ läuft und mit einer gewissen Haltung Führung auch ausübt. Diese Aufgabe finde ich ausgesprochen spannend und sehe sie als Privileg an.

Welche Themen würden Sie an der Spitze der Kreisverwaltung noch angehen?

Insgesamt sehe ich es als wichtige Verwaltungsaufgabe an, eine gute Infrastruktur zu schaffen und umzusetzen. Die Verwaltung sollte sehr stark auf Digitalisierung setzen. Besonders wichtig sind mir auch die Schulen. Hier gibt es Entwicklungen, die nicht gut gelaufen sind und die hat Corona noch verstärkt. Etwa bei der Chancengleichheit und im sozialen Bereich. Hier möchte ich durch weitere Hilfen nachbessern. Ebenso möchte ich die Versorgung und Integration von Geflüchteten unterstützen. Vereine sind hier häufig tragende Kräfte, auch diese haben unter Corona gelitten und benötigen Unterstützung.

Wie würden Sie das umsetzen?

Die Kreisverwaltung kann runde Tische themenzentriert einrichten und das Miteinander verbessern. Unter den Vereinen kann der konkrete Hilfebedarf abgefragt und die Neuorganisation unterstützt werden. Verwaltung ist in meinen Augen ein Ermöglicher von Entwicklung und da gibt es viele Möglichkeiten, die gemeinsam mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern vor Ort genutzt werden können.

Persönliches

Name: Carola Carius

Alter: 57

Familienstand: In Partnerschaft, jeder hat zwei Kinder

Geburtsort: Marburg-Wehrda

Wohnort: Cölbe-Schönstadt

Beruf: Technische Oberamtsrätin beim Land Hessen

Lebensmotto: Sei mutig und nutze dein Leben für alles, was Dir wichtig und wertvoll ist.

Digitaler Wahlkampf: Eigene Homepage und eigene Profile auf Facebook und Instagram.

Von Ina Tannert