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Landratswahl 2022 Dr. Frank Michler will sich für das UKGM einsetzen
Themen Specials Landratswahl 2022 Dr. Frank Michler will sich für das UKGM einsetzen
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11:30 27.04.2022
Dr. Frank Michler: „Ich setze mich dafür ein, dass das UKGM wieder in die öffentliche Hand zurückgeführt wird.“
Dr. Frank Michler: „Ich setze mich dafür ein, dass das UKGM wieder in die öffentliche Hand zurückgeführt wird.“ Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Dr. Frank Michler ist der Landratskandidat der „Bürgerliste Weiterdenken“.

Herr Michler, warum wollen Sie Landrat werden?

Ich kandidiere, um den Menschen eine Stimme zu geben, die mit der Corona-Politik nicht einverstanden sind und sich für eine freie Impfentscheidung einsetzen.

Was zeichnet Sie für dieses Amt aus?

Ich bin fähig, zuzuhören. Wenn ich mit Menschen spreche, nehme ich mir Zeit für ihre Anliegen, auch wenn ich vielleicht eine andere Auffassung habe. Und ich kann mich sehr gut in neue Felder einarbeiten. Das war schon im Studium so, bei meiner Promotion und auch bei meiner jetzigen Arbeit, wo ich mich ständig mit neuen Technologien auseinanderzusetzen habe.

Sind Sie auch – was ja für einen Landrat nicht ganz unwichtig ist – ein Finanzexperte?

Ich kann gut mit Finanzen umgehen, weiß prinzipiell, wie doppelte Buchführung funktioniert, und ich weiß, dass man in der Regel nicht mehr Geld ausgibt, als man einnimmt, wobei das bei Staatshaushalten ja gar nicht mehr der Standard ist. Wir haben ja auch im Kommunalwahlkampf schon auf ein wichtiges Finanzthema aufmerksam gemacht: „Bargeld ist Freiheit“. Die Bargeldabschaffung wird ja an vielen Stellen vorangetrieben, und dagegen stellen wir uns. Bargeldabschaffung hängt eng zusammen mit Inflation, Währungspolitik, Zentralbank, Staatsschulden, Überwachung et cetera.

Was würden Sie als Landrat als Erstes in der Kreisverwaltung ändern?

Als Erstes würde ich im Gesundheitsamt die Schwerpunktsetzung ändern – konkret in Bezug auf die Corona-Politik. Wie da zum Beispiel mit den Zahlen umgegangen wird, befördert eher die Inzidenzzahlenpanik, die die öffentliche Diskussion angetrieben hat. Da gibt es Beispiele wie das Gesundheitsamt Frankfurt, das in Eigeninitiative öffentliche Publikationen herausgegeben hat, in denen die Zahlen eingeordnet wurden und gezeigt wurde, dass der Kontext wichtig ist und die Relation. Also nicht die nackten Zahlen, sondern etwa das Verhältnis von positiven Tests zur Gesamtzahl der Tests.

Welche Themen brennen Ihnen sonst noch unter den Nägeln?

Das bereits angesprochene Thema Bargeld, dann die Meinungs- und Pressefreiheit. Ein weiteres Thema ist das Klinikum. Ich setze mich dafür ein, dass das UKGM wieder in die öffentliche Hand zurückgeführt wird.

Haben Sie ein offizielles Wahlkampfmotto? Sie haben da so einen Button am Revers – was steht da drauf?

Impfpflicht geht gar nicht!

Und das ist das Motto für den Landratswahlkampf?

Nein, das ist kein Wahlkampfbutton. Den habe ich im vergangenen Jahr geschenkt bekommen auf der berühmten Kassel-Demo. Auf unserem ersten Wahlplakat lautet das Motto „Freie Impfentscheidung“ – das ist nun mal unser Hauptthema.

Wie kann denn der Landrat da eingreifen, wenn die Entscheidungen auf Bundesebene getroffen werden?

Bei der Impfpflicht geht es ja nicht nur um die Anfang April im Bundestag abgelehnten Anträge – es gibt ja schon die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die ist Gesetz. Da ist die Frage, wie das umgesetzt wird. Und das obliegt dem Landratsamt. Da geht es um die Frage, in welchen Fällen das Gesundheitsamt Betretungsverbote ausspricht. Wenn etwa eine Physiotherapiepraxis dichtgemacht wird, weil die dort arbeitenden Personen ungeimpft sind, würde das den Versorgungsmangel, den es sowieso schon gibt, absurderweise noch verstärken. Ich fordere, dass hohe Hürden gesetzt werden, bevor das Gesundheitsamt Betretungsverbote ausspricht.

Wie wollen Sie es schaffen, dass die Gemeinden im Kreis besser zusammenarbeiten?

Können Sie mir ein Beispiel dafür nennen, wo die Zusammenarbeit mangelhaft ist? Man muss doch erst einmal ein Problem haben, bevor man eine Lösung präsentiert. Wenn es ein Problem geben sollte, würde ich mir erst einmal von den Konfliktparteien erklären lassen, worin das Problem besteht, wo eine bessere Zusammenarbeit möglich und notwendig wäre.

Welches Ziel haben Sie sich für das Wahlergebnis gesetzt? Eine Eins vor dem Komma? Eine Zwei?

Also, bei der Oberbürgermeisterwahl hatte ich – glaube ich – 1,3 oder 1,4 Prozent. Wenn ich das Ergebnis überbieten könnte, wäre das ein Erfolg. Aber für mich geht es gar nicht in erster Linie um das Ergebnis, weil ich ganz klar eine Außenseiterrolle habe.

Persönliches

Name: Dr. Frank Michler

Alter: 45

Familienstand: verheiratet

Geburtsort: Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz)

Wohnort: Marburg

Beruf: Neurobiologe, tätig als Softwareentwickler

Lebensmotto: Es gibt keinen Weg zum Glück, Glücklichsein ist der Weg.

Digitaler Wahlkampf: Über die Seiten von „Weiterdenken Marburg“: Website, Youtube, Twitter, Telegram und Facebook.

Von Silke Pfeifer-Sternke und Carsten Beckmann