Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kommunalwahl 2021 Digitale Wahlhilfe startet in Marburg
Digitale Wahlhilfe startet in Marburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Kommunalwahl in Marburg-Biedenkopf
16:56 12.02.2021
„Voto" ist - ähnlich wie der Wahl-O-Mat - eine Entscheidungshilfe bei der Kommunalwahl in Marburg und in Marburg-Biedenkopf.
„Voto" ist - ähnlich wie der Wahl-O-Mat - eine Entscheidungshilfe bei der Kommunalwahl in Marburg und in Marburg-Biedenkopf.  Quelle: Björn Wisker
Anzeige
Marburg

Wen will ich, wer passt zu mir als Oberbürgermeister? Welche Partei, welche Liste vertritt am ehesten meine politischen Wünsche in Stadt- und Kreisparlament? Für die bevorstehende OB- und Kommunalwahlen in Marburg-Biedenkopf gibt es ab sofort „Voto“, eine Art „Wahl-O-Mat“ und damit einen Wahlentscheidungs-Wegweiser.

Das Kommunalwahlrecht ist mitunter kompliziert, in allen Orten des Landkreises können die Wähler so viele Kreuzchen setzen und Stimmen vergeben wie es Sitze im jeweiligen Kommunalparlament gibt. In Marburg sind es 59. Dabei können nicht nur Listen - also Parteien - gewählt werden, sondern auch einzelne Kandidaten. Und genau da setzt „Voto“ an: Wen wählen, wie die Stimmen – unter den Hunderten Namen – verteilen?

So funktioniert „Voto“

In dem Programm finden Nutzer rund zwei Dutzend Fragen und Thesen zur Kommunalpolitik in Marburg. Die Nutzer geben – wie bei dem vielen aus Bundestagswahlen bekannten „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung – an, ob sie den einzelnen Thesen zustimmen oder nicht.

Der Computer errechnet daraus, welche Kandidaten besonders stark mit den eigenen Positionen übereinstimmt. Das von „Team Tomorrow“ angestoßene Projekt „Voto“ zeigt aber nicht nur eine individuelle Parteien-Präferenz an, sondern die größte Übereinstimmung mit den einzelnen Listen-Kandidaten sowie für Marburg die Übereinstimmungen mit den Oberbürgermeister-Amtsbewerbern. Grund: Kommunalwahlen sind noch stärker Persönlichkeitswahlen als auf Landes- und Bundesebene.

Schüler und Studenten feilen an den Thesen

Damit der Voto funktioniert, müssen sich vorab auch die Kandidatinnen und Kandidaten zu den Thesen positionieren. Alle Bewerber können bei Voto ein Kandidaten-Profil anlegen. Seit Januar läuft das Projekt. Das Ziel der Verantwortlichen: Möglichst alle Bewerber aus allen Parteien und Wählergruppen sollen mitmachen. Eine Teilnahme sei auch im Interesse der Politiker. Denn: Nur wer ein Profil hat und sich zu den Thesen positioniert, kann hinterher auch im Voto angezeigt werden. In Marburg, Fulda, Offenbach und Frankfurt – den in Hessen teilnehmenden Regionen – sind 1000 Kandidaten registriert, rund 60 der mehr als 80 Listen.

Sozialwissenschaftler der Universität Stuttgart haben in den vergangenen Wochen in Workshops –gemeinsam mit Schülern und Studenten aus Marburg – Dutzende kommunalpolitisch interessante Thesen erarbeitet, einen Fragenkatalog entworfen, der Wählern bei der Entscheidungs-Findung helfen soll. Aus Marburg mit dabei: Raja Röwekamp, Schülerin des Gymnasiums Philippinum. „Bis zum Workshop befasste ich mich nicht so mit Kommunalpolitik. Kumulieren, panaschieren, viele gesichtslose Kandidaten – sagte mir alles nichts.“

Hier geht's zur digitalen Wahlhilfe

Hinter allem stehe für Team Tomorrow die Motivation, „junge Leute für Politik zu begeistern, die Wahlbeteiligung zu steigern“, sagt Steffen Schuldis, Initiativen-Gründer. Man wolle „Komplexität rausnehmen und das Wählen einfach machen“. Röwekamp bestätigt das: Mehr junge Menschen zur Wahl zu bringen, bedeute für sie auch, dass man Jugendlichen, ihren Themen mehr zuhören müsse – die Corona-Pandemie beweise, wie wenig die Belange von Kindern und Jugendlichen beachtet würden.

Ab sofort ist der „Voto“ für 1 Millionen Wahlberechtigte verfügbar. Das – für Smartphones optimierte – Tool ist auf der OP-Internetseite verfügbar, so dass alle Interessierten ihre Antworten eingeben und schauen können, mit welchen Kommunalpolitikern es die größten Überschneidungen gibt.

Voto-Link auf: www.op-marburg.de/klickdichrein

Von Björn Wisker