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Corona weltweit Wehmütiger Blick zurück
Wehmütiger Blick zurück
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16:14 18.05.2021
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Sevilla

Geimpft ist er noch nicht: „Ich weiß auch nicht, wann es dazu kommen wird“, sagte er Ende April. An Covid ist er selbst bisher nicht erkrankt, erzählt aber: „Mein Vater war an Covid erkrankt und auch mehrere meiner Freunde, die noch relativ jung sind. Mein Vater hatte grippale Symptome wie Fieber, wenig Energie, keinen Appetit und Kopfschmerzen.“
Über die Beschäftigungssituation in Sevilla sagt Alvaro: „Es sind schwierige Zeiten für viele Menschen. Sevilla ist eine Stadt, die vom Tourismus lebt und die Unternehmen in diesem Sektor haben geschlossen oder ihre Tätigkeit eingestellt.“ Er selbst habe seine Arbeit seit dem ersten Lockdown nicht aufgeben müssen: „Ich bin Tennistrainer, und der Outdoor-Sport ist von den Maßnahmen der Regierung nicht sehr betroffen.“

Alvaro Delgado

Rückblickend bewertet der Spanier die Einschränkungen in seiner Stadt so: „Wenn man sich andere europäische Länder wie Deutschland anschaut, kann man sehen, dass deren Situation noch weiter eingeschränkt war. In Sevilla kann man essen gehen oder ein paar Bierchen mit Freunden trinken, in einem Geschäft einkaufen, in der Bibliothek lernen oder sogar auf ein Konzert gehen, das durch Strenge Hygiene-Maßnahmen ordnungsgemäß geregelt ist.“ Gefehlt hat dem 26-Jährigen allerdings schon das eine oder andere: „Am Wochenende das Auto nehmen zu können und an den Strand oder in eine andere Stadt zu fahren, um den Tag dort zu verbringen. Auch würde ich gerne wieder auf ein Konzert gehen und sehen, wie sich die Menschen amüsieren.

Es wäre auch schön, endlich wieder Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen austauschen zu können.“
Doch der junge Mann aus Sevilla sagt auch: „Meine Situation ist ziemlich gut – ich kann immer noch meiner Arbeit nachgehen, meine Familie und Freunde sind gesund. Die Wochenenden kann ich mit Freunden auf einer Terrasse oder auf der Straße genießen. Aber es ändert nichts daran, dass ich mit Wehmut auf die Zeiten zurückblicke, in denen wir noch uneingeschränkt unsere Freizeit genießen und ohne Angst leben konnten, die Dinge tun konnten, die wir mögen oder den Menschen, die uns nahestehen, eine Umarmung geben konnten.“