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Corona weltweit Bis zu 40 Schülerinnen und Schüler werden in einem Raum unterrichtet
Bis zu 40 Schülerinnen und Schüler werden in einem Raum unterrichtet
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13:58 01.06.2021
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Osaka

Trotz der Corona-Pandemie gab es im japanischen Schulwesen kaum Veränderungen, sagt Laurie Ruttersmith. „Es gab nie Homeschooling und es werden immer noch bis zu 40 Schülerinnen und Schüler in einem Raum unterrichtet“, berichtet der 27-jährige Neuseeländer, der seit etwa zwei Jahren als Englisch-Lehrer an einer Schule im japanischen Osaka arbeitet.

Unterricht über die Plattform „Zoom“

Immer mal wieder habe es während der Zeit einzelne Corona-Fälle an seiner Schule gegeben. „Diejenigen mit engerem Kontakt wurden dann getestet und einmal alle Schüler und Lehrer eines Jahrgangs“, sagt Ruttersmith. Einzelne Schülerinnen und Schüler mussten die Lehrkräfte über die Videokonferenz-Plattform „Zoom“ zuschalten, entweder weil die Kinder krank waren oder ihre Eltern nicht wollten, dass sie am Unterricht teilnehmen.

Keine Treffen mit dem Kollegium

Seit Beginn der Pandemie konnte der 27-Jährige nicht reisen und sich nur im Umkreis von Osaka bewegen. Somit konnte der Neuseeländer nichts Spannendes oder Abwechslungsreiches erleben. „Auch manche Kollegen konnte ich nicht kennenlernen, da es keine Kollegiumstreffen oder -feiern gibt“, bedauert Ruttersmith.

Die Schule während der Arbeitszeit zu verlassen, war ihm verboten und maximal fünf Kollegen durften und dürfen sich aktuell immer noch nach der Arbeit treffen. Generell hat Ruttersmith das Gefühl, dass Japan „sehr langsam“ auf das Coronavirus reagiert. „Vermutlich wird Druck dahingehend ausgeübt, dass das Land seine Außenwirkung als Ausrichter der Olympischen Spiele nicht beschädigt“, sagt er. Vom 23. Juli bis zum 8. August sollen die Sommerspiele in der Hauptstadt Tokio stattfinden. Aktuell gebe es aber einen Ausnahmezustand: Menschen werden dazu angehalten, zu Hause zu bleiben, Shops und Restaurants schließen um 20 Uhr. Doch im schulischen Bereich habe sich nichts verändert.

Lehrkräfte wurden nicht priorisiert

Bislang bekamen nur Menschen im Gesundheitswesen Impfungen. Anders als in Deutschland wurden Lehrkräfte nicht priorisiert. Seit kurzem aber wurde nun auch in Japan der Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen und weitere Menschen können sich zum Impfen anmelden.