Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Die Kandidaten Im Kampf für mehr Gerechtigkeit
Die Kandidaten Im Kampf für mehr Gerechtigkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Special zur Bundestagswahl 2021
20:00 30.08.2021
Maximilian Peter ist Direktkandidat der Partei Die Linke für den Bundestag 2021.
Maximilian Peter ist Direktkandidat der Partei Die Linke für den Bundestag 2021. Quelle: Foto: Nadine Weigel
Anzeige
Marburg

Gerechtigkeit ist sein Stichwort. Und das Schlagwort seines Wahlkampfes. Gerechtigkeit, dafür will sich Maximilian Peter, Direktkandidat der Partei „Die Linke“, einsetzen, sollte er das Mandat für den Bundestag am 26. September bekommen. „Ich mache mich stark für gerechtere Löhne, faire Steuern und eine sozial-ökologische Klimawende“, betont der junge Mann, der auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Politiker aussieht. Die Hände in den Hosentaschen der Jeans, auf dem weißen Hemd eine locker sitzende Jacke steht er auf dem Marburger Marktplatz und beschreibt seine politischen Ansichten.

Der 28-Jährige aus Niederweimar setzt sich bereits seit seiner Schulzeit für sozial Benachteiligte ein – und für mehr Gerechtigkeit. „Ich war in der zehnten Klasse an der Richtsberg-Gesamtschule in der AG ,Schule ohne Rassismus‘ aktiv“, berichtet er, wie es mit der Politik für ihn angefangen hat. Der Aufstieg der AfD, die Pegida-Bewegung, der Hass gegen Fremde – das hat ihn zum Nachdenken bewegt.

„Ich hatte einen persischen Freund, den ich oft besucht habe. Ich wurde in der Familie so freundlich behandelt, dass ich nicht verstehen konnte, wie man fremden Menschen so einen Hass entgegenbringen kann“, erklärt er. Mit Freunden besucht er deshalb nach dem Realschulabschluss Demonstrationen gegen Neonazismus und andere antifaschistische Veranstaltungen.

Wenig später entsteht Kontakt zur Gruppe Antifaschistischer Ratschlag Marburg, bei der auch Eva Gottschaldt aktiv ist. „Eva Gottschaldt war für mich eine große Inspiration für die antifaschistische Sache“, berichtet Maximilian Peter. Der junge Mann ist fasziniert von der Arbeit der Linken-Politikerin aus Marburg und hilft im Jahr 2014, die Wanderausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ nach Marburg zu holen. „Die Arbeit beim Antifaschistischen Ratschlag Marburg hat mir gezeigt, dass man mit einer Gruppe viel erreichen kann“, sagt der 28-Jährige.

Eintritt in die Partie

Am 6. Januar 2016 folgt schließlich der nächste Schritt: Peter tritt der Partei „Die Linke“ in Marburg-Biedenkopf bei. „Das Engagement der Linken war mir schon vorher positiv aufgefallen“, erläutert er, warum es diese Partei und keine andere wurde. Unter anderem etwa beim Einsatz für den Rückkauf des Uniklinikums Marburg und Gießen (UKGM). Gerechtigkeit – dafür will sich Maximilian Peter auch dort engagieren: Seine Mutter war Krankenschwester am UKGM, sein Vater arbeitete dort als Kardiotechniker. „Gesundheitseinrichtungen gehören nicht in die Hände von ausschließlich an Profit interessierten Konzernen“, empört er sich: Gerechtigkeit bedeute hier mehr Personal und mehr Geld für die Pflege.

Maximilian Peter selbst verdient sein Geld als Einzelhandelskaufmann in einem Lebensmittelmarkt. „Ich bin ein bodenständiger Mensch und sehr selbstkritisch“, beschreibt er sich. Selbstsicher tritt der junge Mann für seine Überzeugungen ein. Ein Auto fährt er nicht, nutzt statt dessen den Nahverkehr. So ist er auch an diesem Abend nach Marburg gekommen. Die Kopfhörer, die während der Busfahrt für Unterhaltung sorgten, hat er noch in der Hand.

Ein Fußball-Fan

„Wir brauchen einen Systemwechsel in der Klimapolitik“, sagt der 28-Jährige. Die Ökologie sei ein linkes Ur-Thema. Und auch dort gehe es um Gerechtigkeit: „Der Klimawandel ist eine Frage von Arm und Reich. 100 Unternehmen sind für 70 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Je höher die Einkommen, desto höher die verursachte Umweltbelastung pro Haushalt“, zitiert Peter das Wahlprogramm seiner Bundespartei.

Und selbst wenn er von seinen Hobbys spricht, kommt der 28-Jährige um die Sache mit der Gerechtigkeit nicht herum: Der Fußball-Fan schwärmt neben Werder Bremen für Eintracht Stadtallendorf, „einen Verein, der nicht so viel Geld hat wie die Großen, aber mit seinen eigenen Mitteln versucht, mitzuhalten“. Das will auch Maximilian Peter im jetzigen Bundestags-Wahlkampf: Mithalten, für seine Werte einstehen und für mehr Gerechtigkeit kämpfen.

Steckbrief

Alter: 28 Jahre

Sternzeichen: Waage

Geburtsort: Gießen

Wohnort: Niederweimar

Höchster Bildungsabschluss: Mittlere Reife

Beruf: Einzelhandelskaufmann

Familienstand: ledig

In der Politik seit: parteipolitisch aktiv seit dem Jahr 2016. 2019 wurde er zum Kreisvorsitzenden der Linken gewählt, 2021 rückte er in die Kreistagsfraktion der Partei nach.

Von Katharina Kaufmann-Hirsch