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Sport-Welt Verhaltene Freude über die Überraschung
Sport Sport-Welt Verhaltene Freude über die Überraschung
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22:26 19.10.2014
Von Jörg Grußendorf
Duell im Wasser: Erik Bukowski von Waspo 98 nimmt Maß, der Wolgograder Juri Chesew startet einen Abwehrversuch. Quelle: Petrow
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Hannover

Sie quälten sich nahezu aus dem Wasser, waren völlig kraftlos nach der dritten Begegnung in drei Tagen gegen europäische Spitzenteams. Ein müdes Winken in Richtung Fans, das war alles. Sie brauchten sichtlich erst einmal einen Moment, sich ihrer Gefühlslage klarzuwerden. Überwog nun die Enttäuschung über das knappe Aus in der Qualifikationsrunde zur Champions League oder doch eher die Freude, in diesem Superfeld den Sprung in die 2. Runde des Euro Cups geschafft zu haben?

Die Hannoveraner hatten vorher alles in dieses letzte Spiel des dreitägigen Turniers hineingelegt. Waspo 98 gegen Wolgograd war nämlich aufgrund der vorhergehenden Ergebnisse, aber auch des Reglements zu einem echten Finale geworden. Den Gastgebern hätte ein Remis für die Champions-League-Teilnahme gereicht – eine Niederlage mit mehr als fünf Toren Unterschied dagegen das internationale Aus bedeutet. Die Russen brauchten einen hohen Sieg für die europäische „Königsklasse“.

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Und Spartak hatte gleich mächtig losgelegt, mit Unterstützung der konsternierten Waspo-98-Spieler schon nach ein paar Minuten mit 4:0 geführt. Die hannoverschen Träume schienen da ganz schnell beendet zu sein. Doch das Team von Trainer Karsten Seehafer meldete sich zurück, schaffte nach drei Treffern noch vor dem Ende des ersten Viertels den Anschluss. Mitte des nächsten Spielabschnitts ging man durch Marko Bolovic gar mit 6:5 in Führung – alle hannoverschen Fans (insgesamt kamen etwa 2000 an den drei Tagen) träumten von der „Königsklasse“ Doch Spartak hatte immer die entsprechende Antwort parat, sodass es mit 8:7 in die Pause ging. Danach gerieten die Hausherren mit 7:13 in Rückstand – internationales Geschäft ade.

Ein Zwischenspurt mit drei weiteren Waspo-98-Toren sorgte aber dafür, dass am Ende die Qualifikation für den Euro Cup bleibt – und die Spieler sich eine ganze Weile später auch freuen konnten. „Natürlich überwiegt die Freude, wenn man dieses Teilnehmerfeld sieht“, sagte Torjäger Erik Bukowski. Und Trainer Seehafer sagte: „Vorher hieß es, wenn wir Zweiter werden, ist es sensationell, wenn wir Dritter werden überraschend. Wir haben auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorn gemacht.“ Ähnlich sieht es auch Waspo-98-Präsident Bernd Seidensticker. „Aber bei allem Stolz: Wir waren dicht dran, aber einige unserer Leistungsträger hatten nicht ihren besten Tag.“

Der verpassten Chance trauerte auch Torschütze Felix Harstick nach. „Heute war definitiv mehr drin“, sagte er, „unser Ziel war zwar die Champions League, aber jetzt machen wir im Euro Cup Bambule.“

Die Ergebnisse im Überblick:
Spartak Wolgograd – Pro Recco Genua 8:14, Waspo 98 – Roter Stern Belgrad 11:10, Wolgograd – Belgrad 4:14, Waspo 98 – Pro Recco 5:14, Belgrad – Pro Recco 6:17, Waspo 98 – Wolgograd 10:14. Die Tabelle: 1. Pro Recco 45:19 Tore, 6:0 Punkte, 2. Belgrad 30:32, 2:4, 3. Waspo 26:38, 2:4, 4. Wolgograd 26:38, 2:4 (die Spiele der drei punktgleichen Teams gegeneinander ergaben diese Abschlussta-belle).
Waspo-Treffer gegen Pro Recco: Bukowski, Bolovic (beide 2) und Balatoni. 
Waspo-Treffer gegen Wolgograd: Balatoni (3), Bolovic, Haarstick (beide 2), Schlotterbeck, Bukowski und Toth.

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