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Sport-Welt Vancouver wartet weiter auf das Winterwetter
Sport Sport-Welt Vancouver wartet weiter auf das Winterwetter
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09:15 09.02.2010
Regenschirm statt Schneeschuhe: Das Wetter bereitet den Olympia-Organistoren Probleme. Quelle: dpa
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Das warme Wetter lässt die Olympia-Macher weiter zittern, Thomas Bach lässt seine Zukunft als DOSB-Chef offen und IOC- Präsident Jacques Rogge ist beunruhigt über Russlands Doping-Serie. Drei Tage vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele verdirbt nur die warme Witterung die gute Laune in Vancouver. „Man sollte die Schneeproblematik nicht dramatisieren“, erklärte Rogge am Montag (Ortszeit). Das Organisationskomitee VANOC und der Ski-Weltverband FIS hätten versichert, es gebe keine Probleme. „Wir haben hier keinen Schneeteppich, aber dies sind ja grüne Spiele“, scherzte der belgische Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Dennoch werden Erinnerungen an Calgary 1988 wach, als Loipen von grünen Wiesen umgeben waren. Für die kommenden Tage sind in den Bergen um Whistler steigende Temperaturen angesagt, die Frostgrenze soll bis Freitag auf 1500 Meter hoch gehen. Der Start der Herren- Abfahrt in Whistler-Creekside liegt auf 1678 Meter.

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Bei der ersten Besichtigung gab es am Montag zwar Lob für die Piste, zunehmend Kopfzerbrechen bereitet aber das Wetter. Der FIS- Renndirektor Günter Hujara äußerte sich skeptisch über das geplante Rennprogramm bis Sonntag. „Was Sorgen macht, sind die Temperaturen und die Wettervorhersagen. Das Risiko, dass es am Wochenende stark regnen soll, ist sehr hoch“, sagte Hujara. Am Samstag soll die Herren-Abfahrt stattfinden, einen Tag später die Kombination der Damen. Wegen der Plusgrade musste der untere Teil der Piste vorerst gesperrt werden.

Am Cypress Mountain hat am Montag das erste offizielle Training der Buckelpistenfahrer wie geplant stattgefunden. Die Region in West Vancouver leidet anders als Whistler seit Monaten unter Schneemangel. Die Snowboarder mussten wegen der schlechten Bedingungen zum Training nach Whistler ausweichen. „Es sind keine Verschiebungen geplant“, sagte ein VANOC-Sprecher.

Bach will sich erst im Laufe des Jahres entscheiden, ob er sich am 4. Dezember in München als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zur Wiederwahl stellt. „Ich habe mich noch nicht entschieden“, erklärte der 56-jährige Tauberbischofsheimer in Vancouver. Die Frage des zeitlichen Engagements spiele eine Rolle und das Arbeitsprogramm. Dagegen freut er sich auf seine dritte Amtszeit als IOC-Vizepräsident. Die Arbeit in der Exekutive mache großen Spaß und sei „in Teilen auch faszinierend“. Die IOC-Vollversammlung dürfte ihn am Freitag im ersten Wahlgang bestätigen. Einen Gegenkandidaten gibt es (noch) nicht. „Es wäre ganz schön, wenn es mal ohne Anstrengung ablaufen würde“, sagte der deutsche Ober-Olympier.

Durch die Bestätigung als IOC-Vize würde er sich in eine ausgezeichnete Position bringen, wenn 2013 die Nachfolge von Präsident Rogge geklärt wird. Bisher hat Bach stets betont, sich mit dieser Frage noch nicht zu beschäftigen. Groß war bei ihm die Freude, am Montag auf einem Teilstück die olympische Fackel tragen zu dürfen - das erste Mal bei Winterspielen. Wer am Freitag nach 106 Tagen Fackellauf während der Eröffnungsfeier die olympische Flamme entzünden wird, bleibt bis zum Schluss ein streng gehütetes Geheimnis. Heißer Kandidat: Kanadas Eishockey-Legende Wayne Gretzky.

In aller Offenheit drückte Rogge seine Besorgnis über die Negativserie von elf Doping-Fällen in Russland aus und erhöhte den Druck auf die Funktionäre der Sportmacht. „Die Zahlen haben mich auch verblüfft. Deshalb habe ich mit dem russischen Präsidenten gesprochen. Das zeigt meine Sorge“, offenbarte der 67-Jährige. Kreml- Chef Dmitri Medwedew habe ihm in Gesprächen “überzeugende Anti- Doping-Aktionen“ zugesichert.

Vier Tage vor dem Olympia-Start sind auch Ski-Star Maria Riesch und Eisschnelllauf-Ass Anni Friesinger-Postma in Kanada eingetroffen. Zum dritten großen Tross des DOSB mit seinen 153 Teilnehmern gehörten insgesamt 34 Sportler und Betreuer, darunter auch die Nordischen Kombinierer und Skispringer. Mit Generaldirektor Michael Vesper reiste der letzte Spitzenfunktionär des DOSB an.

dpa

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