Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Ultras verlieren den Rückhalt in den Stadien
Sport Sport-Welt Ultras verlieren den Rückhalt in den Stadien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:03 16.12.2012
Hardcore-Fußballfans protestieren weiter gegen das Sicherheitskonzept und stoßen dabei auf immer weniger Verständnis Quelle: zur NIeden
Hannover

Dass die Fußballfans am letzten Bundesligaspieltag des Jahres noch einmal gegen das neue Sicherheitskonzept protestieren würden, war zu erwarten. Überraschend aber war, wie unkoordiniert die Aktionen in den Stadien abliefen, zudem isolieren sich die sogenannten Ultras mit ihrer Sturköpfigkeit und stoßen bei den gemäßigten Anhängern auf immer weniger Verständnis. „Die Spaltung ist fatal als Signal für außen, weil sich während der ,12:12‘-Aktion gezeigt hat, wie die Fans zusammenstehen können“, sagte Alex Schulz, Sprecher der Fanvereinigung „ProFans“ und Teil der Fanszene in Mainz. Es werde schwierig, diese Trennung wieder rückgängig zu machen, „weil viel kaputtgegangen ist. Es sind Gräben aufgerissen worden. Das wird Monate dauern, das alles zu heilen.“ Ein kurzer Blick in ausgewählte Stadien.

Mainz: Beim 3:1-Sieg des FSV gegen den VfB Stuttgart schwiegen die Mainzer Ultras in den ersten Spielminuten; als die Gästefans „Scheiß DFB“ rief, stimmten die Mainzer Anhänger in einen Wechselgesang ein – und wurden von den übrigen Anhängern dafür ausgepfiffen. „Es ärgert mich maßlos, dass sich einige vermeintliche Fans hinstellen und sagen: ,Ich unterstütze meine Mannschaft nicht.‘

Glaubt denn wirklich jemand, dass der Fußball zugrunde geht, wenn ein paar Kontrollen mehr durchgeführt werden?“, schimpfte Harald Strutz, Präsident der Mainzer, und empfahl, diese Fans sollten „zu Hause bleiben“. Nach dem Abpfiff feierten die Mainzer Spieler nicht mit den Ultras in der Fankurve, sondern mit den Anhängern auf der Gegengeraden. „Wir haben uns bei denen bedankt, die uns wirklich unterstützt haben“, sagte Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger.

Düsseldorf: Einige Hundert Fortuna-Ultras verpassten das Führungstor ihrer Mannschaft gegen Hannover 96 durch Dani Schahin, weil sie ihren Block im Stadion geräumt hatten – die, die ausharrten, feierten den Treffer unter ohrenbetäubendem Lärm. Zuvor hatten die Fortuna-Fans ein Transparent in der Südkurve befestigt, auf dem in Großbuchstaben zu lesen war: „Schämt euch“. Auf der Gegenseite, wo sich mehr als 3000 Anhänger der „Roten“ versammelt hatten, herrschte vor allem in der 2. Halbzeit über weite Strecken Schweigen, allerdings mit etlichen Ausnahmen. Die speziell für die ersten zwölf Minuten erwartete stille Phase wurde früh beendet.

„Hier regiert der HSV!“, schallte es nach fünf Spielminuten über den Platz, was in sportlicher Hinsicht zu diesem Zeitpunkt ja auch nicht völlig aus der Luft gegriffen war. Wenig später erging die ebenfalls nicht ganz neue Aufforderung: „Steht auf, wenn ihr Rote seid!“ In der 14. Minute gab es als hinlänglich bekannte Wiedervorlage, von 96-Anhängern skandiert: „Scheiß DFB!“ – der deutlich lautere Refrain der Gegenseite „Fortuna, Fortuna!“ reimte sich darauf nicht unbedingt.

Auffällig im Düsseldorfer Stadion war auch: In den Fanblöcken wurden während des Spiels kaum Fahnen geschwenkt oder Spruchbänder gezeigt. Augenfällige Ausnahme beim 96-Anhang war ein spezieller Gruß an den hannoverschen Klubchef. „Hey Kind, Uwe hat gepfiffen“ hieß es darauf in offenkundiger Anspielung auf den niedersächsischen Innenminister Schünemann, der ein Votum für das Sicherheitskonzept forciert hatte. Im Laufe des Spiels war das Transparent verschwunden. Da hatte auch der „Rote Deister“, optisch der einzige präsente Fanklub, seine Fahne längst eingerollt.

Schalke: Rund 300 Ultras der „Königsblauen“ setzten in der Begegnung gegen den SC Freiburg ihren Stimmungsboykott fort und forderten, gegen das Schalker Vorstandsmitglied Peter Peters gerichtet, zugleich Vizepräsident des Ligaverbandes DFL: „Peter raus!“ Die Mehrzahl unter den gut 60.000 Zuschauern im Stadion konterte: „Ultras raus!“

Wolfsburg: Wer immer noch nicht verstanden hat, warum sich die Profiklubs auf das neue Sicherheitskonzept geeinigt haben, bekam hier noch einmal Anschauungsunterricht. Anhänger des VfL zündeten in der Partie gegen Eintracht Frankfurt eine Rauchbombe. Die übrigen Fans quittierten den Ausraster mit Pfiffen.

Leverkusen: Für einen Anhänger des Hamburger SV war das Gastspiel bei Bayer Leverkusen vorzeitig beendet. Während der 1. Halbzeit schwenkte er im Gästeblock eine Bengalo-Fackel, etliche andere Zuschauer reagierten mit Pfiffen. Bayers neue hochauflösende Videoanlage konnte den Störenfried umgehend ausfindig machen, Ordner zogen den Mann zur Pause aus dem Verkehr.

München: Bei Anpfiff des Zweitligaspiels zwischen 1860 München und Dynamo Dresden verloren sich zunächst nur rund 150 Gästefans im Block, stattdessen hing dort ein Transparent: „Ab sofort reduziertes Kartenkontingent“. Die Limitierung der Tickets für Gästeanhänger ist einer der Kritikpunkte gegen das Papier. Erst nach rund fünf Minuten kamen mehr als 3000 weitere Dynamo-Fans auf die Tribüne.

Norbert Fettback/Florian Lütticke

Was für ein Abend! Nach ihrem Abschied vom Biathlon darf sich Magdalena Neuner erneut über die Ehrung als „Sportlerin des Jahres“ freuen. Diskushüne Robert Harting lässt selbst Sebastian Vettel keine Chance. Der Deutschland-Achter ist die Mannschaft 2012.

17.12.2012

So schlecht waren die deutschen Riesenslalom-Damen im Weltcup seit 2006 nicht mehr. Viktoria Rebensburg landete auf Rang 15, Maria Höfl-Riesch auf dem 26. Platz. Ein ganz bitteres Wochenende erlebte auch Lindsey Vonn. Dagegen siegte wieder einmal Tina Maze.

16.12.2012

„Weit davon entfernt“ - mit drei Worten hat Dirk Nowitzki die Hoffnung auf seine schnelle Rückkehr zerschlagen. Ohne ihren Superstar taumeln die Dallas Mavericks weiter durch die NBA-Saison und stehen vor ganz schweren Wochen.

16.12.2012