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Sport-Welt Turnier-Absage ist noch kein Thema
Sport Sport-Welt Turnier-Absage ist noch kein Thema
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19:46 07.06.2012
Von Jörg Grußendorf
Die mehrmalige deutsche Meisterin Eva Bitter ist gern gesehener Gast beim „Großen Preis von Isernhagen“. Quelle: dpa
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Isernhagen

Die Vorfreude ist etwas getrübt. Der „Große Preis von Isernhagen“ ist zwar etabliert. Das Reitturnier des RFV Isernhagen ist das zweitgrößte in Hannover und Umgebung nach den German Classics. Der Verein meldet auch diesmal rekordverdächtige Zahlen für seine Veranstaltung am übernächsten Wochenende (13. bis 17. Juni). „350 Reiter und 1200 Pferde sind gemeldet“, sagt Elke Gerns-Bätke, die RFV-Vorsitzende. Es wird etwa 1700 Starts geben; deshalb beginnt das Turnier bereits – einen Tag eher als geplant – am Mittwoch. Und dennoch gibt es viele nachdenklich gestimmte Personen im Umfeld der Isernhagener. Denn da sind zwei Unwägbarkeiten.

Die eine könnte sich noch unmittelbar auf den diesjährigen „Großen Preis“ auswirken. Seit dem Ausbruch des Herpes-Erregers EHV-1 in der Region Hannover haben schon einige Reitställe und -höfe den Betrieb eingestellt. Auch wenn es keine genaue Anzahl der infizierten Pferde gibt, weil die Krankheit nicht meldepflichtig ist, und Todesfälle eher die Ausnahme sind, ist die Angst vor Ansteckungen groß. Die Übertragung erfolgt meistens durch andere Tiere – klar, dass auch über eine Absage von Turnieren debattiert wird.

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Die fünftägige Veranstaltung in Isernhagen soll aber in jedem Fall stattfinden. „Wir haben keinen Gedanken an eine Absage verschwendet“, sagt Gerns-Bätke. Bisher zumindest nicht. Denn wenn es Empfehlungen seitens der Tierärztlichen Hochschule Hannover oder vom Pferdesportverband geben sollte, käme wohl auch der RFV nicht um eine Absage herum.

Die zweite Unwägbarkeit, die Auseinandersetzung des Vereins mit der Region Hannover, könnte das komplette Aus für den „Großen Preis“ ab 2013, dem Jahr des 100. Jubiläums, bedeuten. „Wenn wir unsere Reitplätze verlieren“, sagt Gerns-Bätke, „können wir solch ein großes Turnier nicht mehr ausrichten.“

Grund für den Zwist sind zwei Dressurvierecke und der Abreiteplatz für den Springplatz auf dem RFV-Gelände, die laut Region ohne die erforderliche naturschutz- und baurechtlichen Genehmigungen in dem Landschaftsschutzgebiet installiert worden sind. Es hieß, die Plätze, die der RFV schon seit mehr als 20 Jahren nutzt und in die er unlängst 100.000 Euro investiert hat, müssten abgebaut werden. Die Wellen schlugen hoch. Schnell war von einer Vereinsauflösung die Rede, der „Große Preis“ wurde im Februar abgesagt.

Nach zehn Tagen überlegte es sich der RFV anders und begann zu kämpfen. Eine Demonstration folgte und eine Petition an den Landtag. Noch wichtiger aber war, dass es viele konstruktive Gespräche mit den Politikern der Region gab. „Man hat angedeutet“, sagt Gerns-Bätke, „dass man ein abruptes Ende des Vereins nicht will.“

Eine Entscheidung, wie es mit dem Reitklub weitergeht, soll am 5.Juli fallen, wenn der Umweltausschuss der Region tagt. Ein Abriss und eine Verlegung der Reitplätze kann dabei ebenso herauskommen wie ein Belassen der Reitanlage im Schutzgebiet. Gerns-Bätke hofft natürlich auf Letzteres, damit es auch in Zukunft heißen kann: Isernhagen lädt zum „Großen Preis“.

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