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Sport-Welt Tony Martin gewinnt Rad-WM
Sport Sport-Welt Tony Martin gewinnt Rad-WM
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21:51 21.09.2011
Der Radprofi Tony Martin gewinnt am Mittwoch die WM der Zeitfahrer in Kopenhagen. Quelle: dpa
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Kopenhagen

Er deklassierte am Mittwoch in Kopenhagen die gesamte Konkurrenz und schlüpfte zum ersten Mal in seiner Karriere in das begehrte Regenbogentrikot. „Heute lief alles perfekt. Ich wusste, das ist mein Rennen und mein Tag“, sagte Martin anschließend, der die 46,4 Kilometer in 53:43,85 Minuten zurückgelegt hatte.

Weder der zweimalige Bahn-Olympiasieger Bradley Wiggins als Zweiter noch der lange Jahre dominierende Fabian Cancellara, der Bronze gewann, hatten auch nur den Hauch einer Chance gegen den gebürtigen Cottbuser. „Das war heute ein anderes Level“, sagte der Brite, der 1:15,38 Minuten hinter dem Deutschen lag. Cancellara fehlten gar 1:20:59 Minuten auf den neuen Weltmeister. Der Schweizer kassierte damit nach Tour de France und Vuelta die dritte Pleite in der laufenden Saison gegen den Deutschen. Bert Grabsch (Kreuzlingen/Schweiz) komplettierte das gute Abschneiden der deutschen Zeitfahrer, er verpasste als Vierter nur knapp eine Medaille.

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Der auf der Schweizer Seite des Bodensees wohnende Martin war als Vorletzter, eineinhalb Minuten vor Cancellara, ins Rennen gegangen. Im Gegensatz zum Vortag, als die Straßen bei der Triumphfahrt von Judith Arndt klitschnass waren, hatten die Männer gute Bedingungen – und der Deutsche zündete sofort den Turbo: Nach zehn Kilometern hatte er Cancellara bereits zehn Sekunden abgenommen. „Ich hatte perfekte Beine, war schnell und habe sofort meine Position gefunden“, sagte Martin.
Der Vorsprung wuchs weiter – zur Halbzeit waren es 19 Sekunden. Da hatte Martin bereits den vor ihm gestarteten zweimaligen britischen Weltmeister David Millar überholt. Bei der Zwischenzeit an Kilometer 34 betrug der Vorsprung 40 Sekunden – nur noch ein Defekt hätte den verbissen kämpfenden Polizeimeister nun noch stoppen können.

Nach seinem missglückten Versuch, bei der Tour de France in der Gesamtwertung unter die ersten zehn zu fahren, hatte sich Martin im vergangenen Sommer wieder an seine Paradedisziplin erinnert und machte auf dem Weg zum Titel keine Kompromisse. In der Vorbereitung auf die Wettkämpfe hatte er sich weit aus dem Fenster gelehnt und sich selbst als Topfavorit auf das Regenbogentrikot bezeichnet. Und Martin hatte nicht zu viel versprochen.

dpa