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Sport-Welt Sportler öffnen ihre Geldbeutel für Haiti-Opfer
Sport Sport-Welt Sportler öffnen ihre Geldbeutel für Haiti-Opfer
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16:25 20.01.2010
Roger Federe sammelte 140.000 Euro Spenden für Haiti.
Roger Federe sammelte 140.000 Euro Spenden für Haiti. Quelle: dpa
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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft um Kapitän Michael Ballack sagte den Opfern von Haiti 150 000 Euro zu, viele Bundesliga-Clubs wollen mit Benefiz-Spielen und Spendenaktionen einen Beitrag leisten. „Wir haben natürlich auch die tragischen Bilder gesehen und waren sofort bereit zu helfen“, sagte Bayern-Stürmer Miroslav Klose, der mit den Münchnern den Erlös einer Partie gegen Meister VfL Wolfsburg für die notleidenden Menschen in Haiti bereitstellen wird. Der deutsche Fußball folgt damit dem Beispiel internationaler Sport-Größen wie Roger Federer und Lance Armstrong, die bereits gespendet haben.

„Wer dieses grenzenlose Elend in Haiti in Fernsehberichten verfolgt oder in Zeitungsartikeln die Hintergründe über die trostlose Situation im Land liest, der kann nicht tatenlos zusehen“, sagte Chelsea-Profi Ballack am Dienstagabend bei der ZDF-Spendengala. Zuvor hatte die Bundestags-Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) die Sportorganisationen aufgerufen, Solidarität zu zeigen.

Angesichts der Not in Haiti, das am Mittwoch von einem schweren Nachbeben erschüttert wurde, lässt sich die Fußball-Bundesliga nicht lumpen. „Wir alle wollen helfen“, sagte Bayern-Vorstandschef Karl- Heinz Rummenigge. Der FC Schalke 04 spendete über seine wohltätige Stiftung „Schalke hilft!“ 100 000 Euro. Die Mannschaft plant außerdem ein Freundschaftsspiel gegen die haitianische Nationalmannschaft.

Der Tabellenletzte Hertha BSC will sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag ins Zeichen der Haiti-Hilfe stellen und im Stadion zu Spenden aufrufen. Die Gladbacher überweisen die Einnahmen aller von Dienstagabend an verkauften Tickets für ihr nächstes Heimspiel am 30. Januar gegen Werder Bremen auf Hilfskonten.

In Deutschland und aller Welt beweisen Sportler und Verbände ihre Spendenbereitschaft. Die Eintrittsgelder des Spiels zwischen Handball-Zweitligist HSG FrankfurtRheinMain und ASV Hamm an diesem Mittwoch sollen den Haitianern zugutekommen. Die Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann versteigern ein von Sportgrößen wie Box-Weltmeister Wladimir Klitschko und Fußballerin Silke Rottenberg signiertes T-Shirt.

Wie so oft zeigte sich der Tennis-Weltranglistenerste Federer als Vorbild, als er einen Tag vor Beginn der Australian Open mit Kollegen wie Rafael Nadal und Serena Williams bei einem Spenden-Match 200 000 Dollar (140 786 Euro) einspielte. „Wir sind alle froh, helfen zu können“, sagte der Schweizer. Die Stiftung des siebenmaligen Tour-de- France-Siegers Armstrong will 250 000 Dollar (176 200 Euro) an haitianische Hilfsorganisationen spenden.

Der Vizepräsident des Weltfußballverbands FIFA, Jack Warner, kündigte einen Scheck über 250 000 Dollar (176 200 Euro) an. Er selbst wolle noch einmal 100 000 Dollar (70 480 Euro) dazugeben, sein Vizepräsidentenkollege Chung Moon-jung weitere 500 000 Dollar (352 400 Euro). Die US-Topligen von American Football, Basketball, Baseball und Eishockey springen sogar mit Millionen-Summen ein. Sportartikel-Hersteller Nike sammelt mit einer weltweiten internen Spendenaktion Geld für Haiti, wie ein Unternehmenssprecher in Frankfurt mitteilte. Dabei will das Unternehmen die Spenden seiner Mitarbeiter verdoppeln.

Auch nach der Tsunami-Katastrophe in Südasien im Dezember 2004 war die Hilfsbereitschaft des Sports riesig. Die deutsche Fußball- Nationalmannschaft spendete damals 200 000 Euro, Formel-1- Rekordweltmeister Michael Schumacher steuerte sogar zehn Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) bei.

dpa

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