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Sport-Welt Spielunterbrechung wegen Pyrotechnik bei Eintracht Frankfurt
Sport Sport-Welt Spielunterbrechung wegen Pyrotechnik bei Eintracht Frankfurt
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07:45 21.01.2013
Ein vermummter Anhänger von Eintracht Frankfurt zündet beim Bundesligaspiel in Leverkusen am Sonnabend eine bengalische Fackel. Quelle: dpa
Düsseldorf

Nachdem im Frankfurter Block bengalische Fackeln gezündet und sogar brennende Geschosse auf den Rasen gefeuert worden waren, wurde die Partie unterbrochen. Nach sieben Minuten kamen beide Teams zwar auf den Rasen zurück – doch der erneute Aussetzer einiger Chaoten dürfte ein langes Nachspiel haben.

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bezeichnete das erst im Dezember von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verabschiedete Sicherheitskonzept bereits als einen „heißen Luftballon“. „Was nützt es, dass mehr als 90 Prozent so etwas nicht wollen und 15 bis 20 von 4500 Frankfurter Gästen kriminelle Taten begehen. Mit solchen Leuten gibt es keinen Dialog“, sagte Holzhäuser. Anhand von Videoaufnahmen seien schon vier mögliche Täter festgestellt worden. Ein hartes Vorgehen forderte auch der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen: „Es gibt nach meiner Meinung nur eine Lösung: Ausgrenzen, wir müssen die Jungs isolieren und diese Probleme aus den Stadien entfernen“, sagte er. „Es ist extrem deprimierend.“

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Ermittlungen bereits aufgenommen. Für den Aufsteiger aus Hessen kann das Zündeln im Gästeblock der BayArena gravierende Folgen haben und sogar mit einem „Geisterspiel“ bestraft werden, da Frankfurter Fußball-Rowdys nicht zum ersten Mal für Ärger sorgten. Schon beim Hinspiel zum Saisonauftakt war wegen diverser Regelverstöße die Zuschauerzahl auf knapp 28 000 Zuschauer begrenzt worden. Allerdings droht auch den Leverkusenern als Hausherr eine hohe Geldstrafe durch den DFB, wogegen Holzhäuser Widerstand ankündigte. „Man muss überlegen, die Kosten in wohl fünfstelliger Höhe auf das nächste Spiel der Frankfurter bei uns umzulegen. Wir werden sie nicht tragen“, betonte er. Denkbar sei, beim nächsten Heimspiel gegen die Eintracht die Preise für die Gästetickets um drei bis fünf Euro zu erhöhen, um sich so die Geldstrafe zurückzuholen.

Willi Lemke, Aufsichtsratsvorsitzender bei Werder Bremen, hält dies für eine „kreative Idee“, aber auch für rechtlich problematisch und ungerecht. „Da waren ein paar, die die Raketen abgefeuert haben, aber auch 4000 andere Fans aus Frankfurt, die so auch bestraft würden“, sagte er am Sonntag in der Fernsehsendung „Doppelpass“ bei Sport1. „Nach unserem Rechtssystem ist das nicht möglich.“

Dennoch hat auch 96-Klubchef Martin Kind für das Europa-League-Spiel gegen Antschi Machatschkala eine ähnliche Sanktion umgesetzt: Er erhöhte die Preise für die 1000 Karten, die in den Oberrang-Blöcken N16 und N17 für Mitglieder des Fan-Dachverbandes reserviert sind, um fünf Euro. Damit will er den Anhängern einen Denkzettel für das Abbrennen von Pyrotechnik beim Pokalspiel gegen Dynamo Dresden verpassen, das 96 eine Strafe in Höhe 70.000 Euro eingebracht hat.

Trotz des neuerlichen Vorfalls in Leverkusen will die DFL das Gespräch mit den Fans nicht beenden. „Die DFL hält am eingeschlagenen Weg von Austausch und Dialog mit den Fan-Organisationen fest“, erklärte Geschäftsführer Andreas Rettig. Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball fordert im Gegenzug aber auch ein klares Bekenntnis gegen Gewalt und für ein Pyrotechnikverbot von den Anhängern: „Wir wollen ein deutliches Zeichen aus der Fan-Szene haben.“

Andreas Schinkel (mit: dpa)

Rätselhafter Parkplatz-Vorfall

Die Fans von Hannover 96, die in der Vergangenheit mehrfach negativ aufgefallen waren, verzichteten am Freitagabend in Gelsenkirchen auf den Einsatz von Pyrotechnik. Auch sonst war es lange Zeit ein ruhiger Abend für die Polizei – erst nach der Partie musste sie eingreifen. Nach Polizeiangaben gelang es mehreren Hundert gewaltbereiten Anhängern von Schalke 04, auf einem Parkplatz mit 96-Fans zusammenzutreffen. „Eine körperliche Auseinandersetzung beider Gruppierungen stand unmittelbar bevor“, teilte die Gelsenkirchener Polizei mit. Ein massives Aufgebot der Beamten habe Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen müssen, um die Kontrahenten trennen zu können. In der hannoverschen Fanszene sorgte diese Meldung allerdings für etwas Verwirrung. Dort war bis gestern Abend nichts von einem Vorfall bekannt, an dem 96-Fans beteiligt waren.

frx/bj

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